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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:17 Uhr

Ein Leben für den Sport

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ingrid Lorenz aus Trittau ist auch mit 90 in Topform / Weltweit 116 Medaillen erkämpft

Fit 90 werden: Das schafft Ingrid Lorenz locker. Mit 83 Jahren erreichte sie sportlich ihre Bestmarken: Sie wurde Weltmeisterin im Weitsprung sowohl in der Halle als auch auf der Bahn und sprang zudem mit 2,75 Meter einen Weltrekord ihrer damaligen Alterklasse 80 bis 85 Jahre. „Danach habe ich aufgehört mit den Wettkämpfen, weil ich alles erreicht hatte, was sollte noch kommen„, sagt die fitte Trittauerin, die am heutigen Mittwoch ihren 90. Geburtstag feiert. Natürlich im Kreise ihrer Familie und Freunde, aber auch ihrer Sportlerfamilie.

Bis heute ist sie im TSV Trittau in der Sparte Leichtathletik aktiv, unterstützt die Sportabzeichenabnahme und macht Gymnastik für die eigene Fitness. Zu ihrem Geburtstag machte sie sich selbst das Geschenk der 45. Sportabzeichenabnahme. Am ersten schönen Sonntag des Jahres zog sie das Programm – Laufen, Springen, Kugelstoßen und Walken – mit Freunden noch vor Beginn der eigentlichen Saison durch.

„Ich bin eine Sportverrückte, Sport ist mein Leben“, sagt Ingrid Lorenz, die ihre sportliche Laufbahn erst mit Mitte 40 begann, als ihre zwei Kinder schon größer waren. Sie wohnte in Lütjensee und Trittau und fand schon früh den Sport als Mittel, um Kontakte zu schließen. Zuerst spielte sie Tischtennis in einem Saal einer Kneipe in Dwerkaten, dann kamen Handball und die Leichtathletik dazu. Mit 45 Jahren begann die intensive Sportphase.

„Mein erster Wettkampf war 1979 in Hannover. Das war wahnsinnig, dort Leute aus aller Welt zu treffen.“ In Hannover wurde es der siebte Platz, später stand sie fast immer auf dem Treppchen. 116 Medaillen von Welt- und Europameisterschaften hängen in ihrem Wandschrank, die sie auf der ganzen Welt – unter anderem in Amerika, Afrika und England – erkämpft hat. Das heißt, es hängen dort nur noch 114, denn zwei hat sie verschenkt: Eine aus Dankbarkeit an einen Busfahrer, der ihre Gruppe jahrelang fuhr und eine zum Trost an eine Sportkollegin, die sich gleich zu Anfang eines Wettkampfs verletzte.

„Es war schon als junges Mädchen mein großer Traum, einmal bei der Olympiade zu starten“, erzählt Ingrid Lorenz lächelnd. Auch das erfüllte sich zumindest teilweise: Am Ursprungsort der Olympiade in Griechenland war sie einmal am Start.


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