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Bad Oldesloe: : Ein Leben für den Minigolf-Sport

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Minigolfplatz am Bürgerpark – der einzige in Stormarn – erfüllt den internationalen Standard. Karla und Wolfgang Burmester leben und arbeiten schon seit mehr als 40 Jahren für ihre beliebte Minigolfanlage.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2015 | 06:00 Uhr

„Wenn meine Frau Karla hier nicht mehr arbeiten will oder kann, dann nehme ich den Schlüssel und breche ihn im Schloss ab. Dann ist hier Schluss für uns“, sagt Wolfgang Burmester fest entschlossen. Und damit ginge dann eine fast 50-jährige Ära zu Ende, denn Karla Burmester ist seit 47 Jahren die Chefin des Minigolfplatzes am Bürgerpark. Aber noch ist es nicht so weit, denn die 76-Jährige möchte noch ein paar Jahre weiter arbeiten, und etwas anderes, als Tag für Tag auf ihrem geliebten Minigolfplatz zu stehen, kann sie sich nicht vorstellen. Ehemann Wolfgang Burmester ist hier seit 34 Jahren Platzwart und spielt selbst seit seinem 11. Lebensjahr Minigolf.

Im vergangenen Jahr feierte der Minigolfclub sein 50-jähriges Bestehen. Der Platz unter den Eichen und Buchen zwischen Trave und Exer wurde vor mehr als 50 Jahren angelegt, und Karla Burmester erinnert sich, dass die Bäume damals, als sie als Platzwartin anfing, noch winzig waren. „Die Bäume sind toll, nur im Herbst verfluche ich sie“, sagt Wolfgang Burmester, denn dann muss er säckeweise Laub harken und entsorgen. Doch jetzt in den heißen Sommermonaten, wenn der Minigolfplatz Tag für Tag bis in die Abendstunden gut besucht ist, tun sie gute Dienste als Schattenspender. Allerdings komme es auch immer wieder vor, dass die Bäume bei großer Wärme und Trockenheit für einen klebrigen Belag auf den 18 Bahnen sorgen, der sich nach Regen in einen schwarzen und schmierigen Film verwandelt. Wolfgang Burmester muss dann zum Hochdruckreiniger greifen und alle Bahnen mühsam säubern. Und dann ärgert es ihn natürlich, wenn einige Besucher auf den blitzsauberen Bahnen ihre Fußabdrücke hinterlassen, obwohl Schilder darauf hinweisen, dass die Bahnen nicht betreten werden dürfen. Eigentlich kann die beiden kaum noch etwas aus der Ruhe bringen. Und auch Platzhund „Teddy“ ist die Ruhe selbst, es sei denn, ein anderer Rüde betritt sein Revier.

Der Oldesloer Minigolfplatz ist der einzige in Stormarn. Darauf sind Karla und Wolfgang Burmester besonders stolz, denn Spieler kommen auch aus Segeberg und dem Lauenburgischen. Die Anlage ist nämlich als international anerkannte Austragungsstätte für Turniere anerkannt. Zweimal wurden hier bereits die Deutschen Meisterschaften ausgetragen. Außerdem wurde 1990 ein Guinness Weltrekord aufgestellt: 24 Stunden Dauer-Minigolfspielen. Jedes Jahr kommen um die 100 Top-Spieler aus dem In- und Ausland zum Trave-Pokal-Turnier. Und am 5. September findet wieder das beliebte Jedermann-Turnier statt.

Das Grundstück und die Bäume sind Eigentum der Stadt, das gesamte Inventar gehört dem Ehepaar Burmester, die den Platz Jahr für Jahr von der Stadt pachten müssen. Gerne würde sie in neue Bahnen investieren, doch das würde mehr als 20  000 Euro kosten. „Das machen wir nicht, denn wenn die Stadt plötzlich das Gelände haben und für etwas anderes nutzen will, dann sind wir die Doofen“, sagt Wolfgang Burmester. Die Bahnen werden dreimal im Jahr grundgereinigt, immer wieder ausgebessert und gestrichen. Gespielt wird eigentlich bei fast jedem Wetter, sogar bei Regen. „Die Oldesloer sind ein bisschen verrückt, denn sie spielen sogar im Ostfriesennerz und mit Gummistiefeln“, lacht Wolfgang Burmester. Die jüngsten Spieler sind drei, die ältesten über 80 Jahre alt. Auch Rollstuhlfahrer und Besucher mit Handicap nutzen den Minigolfplatz gerne, denn die Wege zwischen den Bahnen sind breit und gut gepflastert.

„Fast alle Oldesloer Familien haben bei uns irgendwann schon mal gespielt“, erzählt Karla Burmester, die in ihrem kleinen Kiosk immer Kaffee und Kuchen, Eis oder ein kaltes Getränk sowie verschiedene Snacks bereit hält. Besonders Kindergeburtstage werden hier gerne gefeiert. Auch Schulklassen kommen gern. Und in der Ferienzeit kommen viele Kinder mit ihrem Ferienpass vorbei. „Manchmal ist es so voll, dass wir keine Schläger mehr haben, weil alle ausgeliehen sind“, sagt Wolfgang Burmester.

>Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 Uhr bis 19 Uhr, Sonntag 11 bis 19 Uhr . Montags Ruhetag, außer in den Ferien.




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