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Stormarner Tageblatt

18. November 2017 | 07:47 Uhr

Bad Oldesloe : Ein Kreisel vor dem Tunnel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kreuzung Mommsenstraße/Sülzberg soll neu gestaltet werden. Baubeginn für den Kreisverkehr könnte in einem Jahr sein.

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erstellt am 14.Sep.2017 | 06:00 Uhr

Wenn das Projekt umgesetzt wird, wird es Auswirkungen auf die ganze Stadt haben: An der Kreuzung Sülzberg/Mommsenstraße/Am Kurpark soll ein Kreisverkehr entstehen. Im Bauausschuss wurde jetzt ein erster Plan vorgestellt.

Die Belastung der Kreuzung wurde Ende Mai gezählt. Morgens zwischen 7 und 8 Uhr sowie nachmittags zwischen 16 und 17 Uhr ist die Verkehrsdichte am höchsten. Etwa 1000 Fahrzeuge wurden in dieser Zeit gezählt – nachmittags ein paar mehr. Der Verkehr fließt gut, im Schnitt müssen Verkehrsteilnehmer weniger als zehn Sekunden warten. Das ist der Maßstab für den künftigen Kreisverkehr.

Der Kreisel wird einen Durchmesser von etwa 13 Metern haben, die Fahrbahn 8,70 Meter breit sein. Das soll auch für die „ungünstigsten“ Fahrzeuge, sogenannte 15-Meter-Busse, groß genug sein. Radfahrer werden auf der Fahrbahn durch den Kreisel geführt. Für Fußgänger werden außen herum ausreichend breite Fußwege angelegt. Querungshilfen sollen es leichter machen, die andere Straßenseite sicher zu erreichen. Dadurch ist der Platzbedarf so groß, dass das Haus an der Spitze zwischen Mommsenstraße und Sülzberg abgerissen werden muss. Es gehört der Stadt, kürzlich war dort ein Flüchtling getötet worden.

Wenn der Kreisverkehr fertig ist, soll die Mommsenstraße wieder beidseitig für den Verkehr frei gegeben werden. Der überwiegende Teil der Busse soll dann darüber abfließen. „Wir wollen das übersichtlicher gestalten“, erklärt Bauamtsleiter Thilo Scheuber.

Der Bau des Kreisels wird mit Arbeiten der Stadtwerke kombiniert. „Ich kann nicht abschätzen, was die dort vorhaben“, räumte Klaus Peter Scharnberg, Chef der Tiefbauabteilung ein. Deshalb sei noch nicht ganz klar, wann mit den Arbeiten begonnen werden. Aktuell geht man im Bauamt von Sommer/Herbst 2018 aus. Die Zeit drängt etwas, denn der Kreisverkehr soll mit Mitteln aus der Städtebauförderung realisiert werden, die Ende kommenden Jahres auslaufen.

Bodenproben hätten ergeben, dass dort mit belastetem Erdreich zu rechnen ist. Das wird entsorgt werden müssen. „Bis drei Meter Tiefe soll kein Tropfen Wasser sein“, so Scharnberg: „Da war ich doch sehr skeptisch.“ Angesichts des ständigen Wassereinbruchs wenige Meter weiter in der Bahnunterführung ist dieses Skepsis wohl mehr als angebracht. Scharnberg stellt klar: „Es darf nicht sein, dass wir da reingehen und eine artesische Quelle finden.“ Deshalb werde es wohl Nachuntersuchungen geben.

Ob die Kreuzung durch den Kreisel unbedingt schöner wird, ist zweifelhaft, denn der hässliche Bahntunnel ist davon unberührt. „Der ist doch abgängig. Wäre es nicht sinnvoll, mit der Bahn zu sprechen?“, wollte Matthias Rohde (FBO) wissen. Bürgermeister Jörg Lembke konnte berichten, dass entsprechende Gespräche geführt werden. „Das ist durchaus auf der Agenda der Bahn, aber nicht in den nächsten fünf Jahren“, berichtete er den Ausschussmitgliedern. Eine spätere Sanierung oder gar ein Neubau der Unterführung hätten keine negativen Auswirkungen auf den Kreisverkehr. Im Gegenteil: eine Verengung in der Zufahrt aus Richtung Industriestraße könnte dann zukünftig wegfallen.

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