Ammersbek : Ein König im Pferdestall

Waltraut Biester zwischen vier Königen: Auf ihrer sechsten Projektreise wurde sie zur Königin von Fontsa-Touala ernannt.
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Waltraut Biester zwischen vier Königen: Auf ihrer sechsten Projektreise wurde sie zur Königin von Fontsa-Touala ernannt.

Bei einem Kulturabend stellen Martin Donfack Kemdeng und Waltraut Biester Afrika-Projekte vor.

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01. Mai 2015, 10:00 Uhr

Auf ihrer sechsten Kamerun-Reise war Waltraut Biester aus Ammersbek zur „Maffo Tsaalah“ – Mutter des Mitleids – und von König Donfack Kemdeng zur Königin von Fontsa-Touala ernannt worden. Nun hat sie die Majestät Martin Donfack Kemdeng in ihre Heimat eingeladen. Der König aus der Provinz West von Kamerun ist für zehn Tage in Hamburg, um die Projektpartnerschaft mit „Susila Dharma Soziale Dienste“, der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung zu vertiefen.

Am Sonntag, 3. Mai, kommt er in den Pferdestall nach Ammersbek. Der bunte Kulturabend beginnt um 17 Uhr mit dem Kindergospelchor von Toto Lightman. Waltraut Biester die Kamerunprojekte des Vereins „Susila Dharma – Soziale Dienste“ (SD) vorstellen, der weltweit soziale und landwirtschaftliche Projekte betreut (www.susiladharma.de). Donfack Kemdeng wird über die Rolle von Königen in Kamerun berichten, Waltraut Biester über die Entwicklung der Projekte. Denise Ntoukam sorgt für Kameruner Spezialitäten, Jean-Paul Toupka und seine Truppe für Live-Musik zum Tanzen.

Weitere Schwerpunktthemen sind Mikrokredite für eine Frauengruppe in Douala und die „Aktion Natürliche Medizin in Afrika“, kurz Anamed, die 1985 vom deutschen Apotheker Dr. Hans-Martin Hirt zusammen mit afrikanischen Heilkundigen initiiert wurde. 1994 wurde in Winnenden der Unterstützerverein „anamed international“ gegründet, um den lokalen Anbau und den Schutz von Heilpflanzen zu fördern. Inzwischen gibt es 35 Gruppen in 15 Ländern, es wurde ein Konzept für Natürliche Medizin und die Herstellung von Medikamenten aus tropischen Heilpflanzen entwickelt. Mit Bindanda M’Pia entstand das Buch „Natürliche Medizin in den Tropen“, das inzwischen in sieben Sprachen aufgelegt wurde. Es gibt Seminare für Ärzte, Pflegepersonal oder Heiler. Zudem wird die Forschung für die für Behandlung von Malaria- und Aids mit Artemisia annua Tee unterstützt.

Waltraut Biester hatte im Februar eine Fortbildung von anamed in Winnenden gemacht: „Eine Kernaussage war für mich, das 70 Prozent aller Afrikaner nicht das Geld haben, sich moderne westliche Medikamente zu leisten, und das Wissen um Heilpflanzen in Afrika Gefahr läuft, verloren zu gehen.“ Sie suchte und fand einen Sponsor für vier Seminarplätze von je 250 Euro. Im Juli werden vier vom Komitee ausgewählte Personen aus Fontsa-Touala eine einwöchige Fortbildung im Zentrum anamed in Bamenda machen.

Ihr Engagement für Kamerun hatte Waltraut Biester bereits als Lehrerin gestartet, seit 2002 baut sie in Afrika Frauenprojekte auf. Zuletzt wurden eine Wasserversorgung für eine Schule sowie ein Tiefbohrbrunnen mit Solarpumpe gebaut, aus dem 200 Personen mit sauberem Wasser versorgt werden können. Zudem erhielten 1000 Grundschüler je drei Bücher.

Ein weiteres Projekt sind die Moringabäume. Aktuell wurde eine Spende von 5000 Samen übergeben worden, Geplant sind eine Fortbildung zu nachhaltiger Landwirtschaft, eine Recherchereise zu einer Moringafarm in Tansania, um dort das Knowhow zur Verarbeitung der Blätter zu erwerben. In Vorbereitung ist der Aufbau einer fairen Partnerschaft für den Handel mit Moringablättern mit der Firma Elements Moringa aus Hamburg. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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