zur Navigation springen

Stiftung St. Jürgen : „Ein Klotz vom Bein ist weg“ – Rettung noch möglich?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Insolvenzverwalter Dr. Tjark Thies strahlt etwas Zuversicht aus. Es gebe zwei mögliche Rettungsvarianten für die Stiftung.

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 16.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Bedeutet nach mehr als 700 Jahren die Insolvenz das Ende der traditionsreichen St.-Jürgen-Stiftung? Eine Frage, die sich zurzeit nicht beantworten lässt, aber Insolvenzverwalter Dr. Tjark Thies von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte setzt sich jedenfalls für die Rettung ein. „Insolvenzgrund war Zahlungsunfähigkeit“, erklärt der Jurist. Der Heimbetrieb als großer Defizitbringer ist jetzt allerdings weg. „Wir haben ein Stiftungsvermögen mit laufenden Einnahmen“, so Thies: „Ein Klotz vom Bein ist weg.“ Das gebe Hoffnung.

Zwei Wege stehen zur Verfügung, erklärt der Insolvenzverwalter. Einer sei der Vergleich. „Ich verhandele mit den Gläubigern über einen Insolvenzplan“, so Anwalt Thies. Über einen Verzicht auf Forderungen könnte der Stiftung finanzielle Luft für eine Zukunft verschafft werden. Damit das zum Tragen kommen kann, muss aber mindestens die Hälfte der Gläubiger zustimmen.

 Die Alternative lautet: „Wie strukturiere ich das Vermögen so um, dass der Insolvenzgrund wegfällt?“ Mit dem Verkauf eines Teils der Grundstücke könnte die Stiftung vielleicht ihre Schulden los werden und mit dem Rest zukünftig trotzdem noch ihren Zweck erfüllen: Bedürftige Oldesloer unterstützen. Wenn auch dann nicht mehr in eigenen Einrichtungen. „Beide Varianten sehen erfolgversprechend aus“, sagt Insolvenzverwalter Tjark Thies. Er geht davon aus, ein halbes Jahr bis zur Klärung zu brauchen.

 Unterdessen läuft bereits ein Ideenwettbewerb für das alte VHS-Grundstück an der Königstraße, in das auch optional die Brandruine auf dem Kirchberg und St. Jürgen einbezogen werden kann. Der Stiftungsvorstand hatte sich einem Runden Tisch, der über alternative Wohnformen diskutiert hat, hartnäckig verweigert. Obwohl eine derartige Variante in der Potenzialanalyse für St.  Jürgen durchaus angerissen wird.

 Kommunalpolitiker haben die Verwaltung beauftragt, mit dem Insolvenzverwalter Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob die Stadt einige für die Entwicklung eventuell wichtige Grundstücke kaufen kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen