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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 10:25 Uhr

„Ein Kalb verkegelt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Landbote“ von 1878 – Fundstück aus dem Jersbeker Eiskeller

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 16:41 Uhr

Wolfgang Burow (Foto re.) ist begeistert von dem Zeugnis der Vergangenheit, das der Rentner in Händen hält. Vergilbt ist die alte Ausgabe und man sieht ihr die überstandenen Stürme an. Aber Burow liest gerne in dieser Ausgabe vom 15. Juni 1878. In der Nummer 48 „stolpert“ der ehemalige Jersbeker Eiskeller-Wart über eine für unsere heutigen Verhältnisse kuriose Anzeige: „Bei mir wird am 23. Juni ein fettes Kalb verkegelt und nachher findet ein Ball statt. Dienstboten ist der Zutritt nicht gestattet – H. Möller, Klein Wesenberg.“ Burow legt die Stirn in Falten: „Da sieht man mal, wie die Leute damals diskriminiert wurden.“ Zweimal pro Woche erschien der Tageblatt-Vorläufer „Der Landbote“ im Jahr 1878. In die Hände von Wolfgang Burow geriet das gute Stück, als es Besucher des Eiskellers, den Burow mit viel Herzblut sechs Jahre lang betrieb, für die dortige Ausstellung mitbrachten. „Selbstverständflich möchte ich die haben“, sagte Burwo damals und hält das Relikt bis heute in Ehren. 1878 kostete die Wochenzeitung 15 Pfennig, der Quartalspreis lag bei 1,50 Reichsmark. Dafür erfuhr der Leser auch etwas über das Befinden des Kaisers Wilhelm I., nachdem dieser das Attentat 2. Juni 1878 schwer verletzt überstanden hatte – ein psychisch kranker junger Landwirt hatte mit einem Schrotgewehr auf ihn geschossen.

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