Stubben : Ein Holzhaus für Bücher

Gemeinsam schafft man mehr: Anna Pehmöller (r.) und Holger Schwär (3.v.r.) mit Helfern.
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Gemeinsam schafft man mehr: Anna Pehmöller (r.) und Holger Schwär (3.v.r.) mit Helfern.

Der Kulturverein Stubben ist seit nunmehr 20 Jahren emsig im Einsatz ist. Das Bücherhaus ist das neuste Projekt der Vereinsmitglieder.

shz.de von
17. Juli 2018, 13:27 Uhr

Gemeinsam Projekte auf den Weg bringen, die das Zusammenleben im Dorf verbessern. Dieses Ziel verfolgt seit nun exakt 20 Jahren der Kulturverein in Stubben. Oft werden Feste und Veranstaltungen unterstützt oder auf die Beine gestellt. Auch so manche Fahrt zum Beispiel zu Firmenbesichtigungen oder zum Wasserski konnte organisiert werden. Doch nach der sehr erfolgreichen Dorfchronik – die restlos vergriffen ist – möchte der Kulturverein mit dem neuesten Projekt auch etwas im Ortsbild erschaffen, was sichtbar ist und was für noch mehr Nachhaltigkeit sorgt – ein Bücherhaus.

Das Konzept ist einfach und wird schon in vielen anderen Orten weltweit praktiziert. Jeder Nutzer darf sich Bücher entnehmen, Bücher einstellen oder entleihen und später zurückbringen. Ein direkter Tausch ist nicht die Grundvoraussetzung.

„Die Idee gibt es bei uns schon ungefähr ein Jahr, aber an der Umsetzung haben wir halt eine Weile gearbeitet“, erklärt Holger Schwär, 1. Vorsitzender des Kulturvereins.

Finanziert werde das kleine Holzhaus aus den Einnahmen des beliebten Flohmarkts, der zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Kulturvereins gehört. Neue Treffpunkte schaffen ist in vielen Dörfern ein wichtiges Thema, da macht auch Stubben keine Ausnahme. Der Wegfall von Gaststätten und anderen früheren, traditionellen Begegnungsorten, eine Überalterung der Bevölkerung und dass Hinzugezogene – durch die fehlenden Orte des Zusammenkommens – noch nicht in die Dorfgemeinschaft integriert sind, ist auch in Stubben spürbar. Hinzu kamen im vergangenen Jahrzehnt politische Streitigkeiten.

Dass es schwer ist, die Menschen für gemeinsame Projekte zu motivieren, zeigte sich auch beim Aufbau des Bücherhauses. „Es ist schön, dass so viele gekommen sind, wenn man dann aber bedenkt, dass öffentlich dafür geworben und aufgerufen wurde und wir 370 Bewohner haben, hätten es natürlich auch ein paar mehr helfende Hände sein können. Aber wir haben Spaß“, sagt Schwär.

Man werde einfach Stück für Stück weiter an neuen Ideen arbeiten und immer hoffen, dass dadurch auch das Gemeinschaftsgefühl einen positiven Schub bekommt. Weitere Ideen gibt es dabei schon einige, die in der nahen Zukunft angepackt werden sollen. So zum Beispiel ein Unterstand in der Nähe des Dorfplatzes oder auch auf dem Kleinen Spielplatz sind Erweiterungen denkbar. Der Kulturverein zumindest ist auch 20 Jahre nach seiner Gründung mit den rund 45 Mitgliedern absolut motiviert, weiter Projekte auf den Weg zu bringen, erklärt Anna Pehmöller, während sie die nächste Schraube am Bücherhaus befestigt.

Der Kulturverein beweist, dass Gemeinschaft nur da wieder belebt werden kann, wo sie gelebt wird.

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