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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 15:21 Uhr

Reinfeld : Ein Herz für Menschen mit Handicap

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Florian Mösch (39) ist zum ersten Behindertenbeauftragten in Reinfeld bestellt worden.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 17:41 Uhr

„Ich möchte das Sprachrohr der Behinderten sein“, sagt Florian Mösch. Der in Reinfeld aufgewachsene 39-Jährige wurde auf der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zum ersten Behindertenbeauftragten der Karpfenstadt gewählt.

Florian Mösch liegen die besonderen Bedürfnisse der Menschen mit Handicap am Herzen. Er sieht sich als Bindeglied zwischen den Behinderten und Politik und Verwaltung. „Ich kann die Betroffenen zwar nicht fachlich beraten, doch kann ich auf Fachkräfte von der Stadt, dem Kreis oder Land verweisen, bei denen sie Hilfe bekommen“, erläutert Mösch. Er mache sich jedoch keine Illusionen: „Man muss schon einigermaßen beharrlich sein, um für die Behinderten etwas durchzusetzen.“ Seit längerem nimmt Mösch als Zuhörer an den öffentlichen Sitzungen teil, setzte sich als Eltern- und Schulvertreter der Matthias-Claudius-Grundschule für die Verhinderung der Marktplatz-Bebauung mit einem Discounter ein. Damals und auch heute in seinem neuen Ehrenamt sei ihm sein Durchhaltevermögen von Vorteil. „Ich bin zäh“, unterstreicht er mit einem Augenzwinkern. Denn es gebe noch eine Menge Kleinigkeiten, die in Reinfeld zu machen seien. Vieles sei bei der Stadtplanung zwar nicht böswillig, aber leider aus Gedankenlosigkeit übersehen worden. Jetzt könne er bereits im Vorwege etwas bewirken, um zum Beispiel Bordsteine und Pflasterung behindertengerecht zu gestalten. „Solche Fehler kann man relativ einfach beheben“, ist Florian Mösch sicher.

Bei der Fortsetzung der Bauarbeiten in der Innenstadt werde er daher auf eventuelle „Stolpersteine“ aufmerksam machen. Vieles sei in der Verwaltung auch schon angeschoben worden.

Der Software-Entwickler, der in Lübeck studierte und heute bei Dräger arbeitet, kam während seines Zivildienstes mit Behinderten in Berührung, betreute ein körperbehindertes Mädchen. Er habe intensiv erlebt, wie schwer es Menschen mit Handicap im Alltag haben. „Diese Zeit hat mich sehr geprägt“, begründet er sein jetziges Engagement. Mösch: „In Reinfeld gibt es 1850 Behinderte – deren Anliegen liegt mir am Herzen.“ Längst hat er Kontakte zu Menschen mit Einschränkungen aber auch Senioren geknüpft. Letztere machten ihn nach der Sitzung gleich auf kleine Missstände im Stadtbild aufmerksam.

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