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Stormarner Wochenschau : Ein Glück, dass Arbeit nicht alles ist

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

WAS-Werbung der besonderen Art - Unbespielbare Immobilie - Ungerade Tage

von
erstellt am 01.Jan.2016 | 16:58 Uhr

Werbung

 „Wer entspannt lebt, schafft Nachhaltigkeit.“ „In der richtigen Mischung macht Weltverbessern mehr Spaß.“ „Ein Glück, dass Arbeit für uns nicht alles ist.“ Wer hat sich das ausgedacht? Esoteriker? Sozialromantiker? Selbsternannten Natur- und Menschenfreunde? Falsch gedacht. Das hat sich eine Werbeagentur von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) bezahlen lassen. Mir dem ersten Satz werden Gewerbeflächen in Trittau und Lütjensee beworben, mit dem zweiten Siek-Jacobsrade und mit dem dritten Bad Oldesloe. Das ist durchaus pikant, ist die Kreisstadt doch die Kommune mit den meisten Empfängern von Sozialleistungen in Stormarn.

Andererseits verheißt Bargteheide Unmögliches: „Zurück zur Natur geht am besten in der Stadt.“ Den Standortvorteil von Reinbek erklären die Werber damit, „ihn mit anderen zu teilen.“ Dazu gibt es übrigens das Bild einer festlich gedeckten Tafel. „Perfekte Infrastruktur mit internationalem Flair“ wird Barsbüttel angedichtet, untermauert mit dem Bild eines startenden Flugzeugs. Von Reinfeld/Stubbendorf führen angeblich viele Wege zum Erfolg, was man am bewegungsunscharfen Foto mit Rennradfahrern erkennen soll. Mit „Spitzentechnologie entsteht, wo man Erwartungen übertrifft“ wirbt glücklicherweise Ahrensburg und nicht Wolfsburg. Für Braak steht eine Frau im hohen Gras und hat den Hörer eines Deutsche Post-Telefons aus den 80er Jahren am Ohr. Vermutlich fragt sie nach, wo das Gewerbegebiet ist, denn: „Den Standort erkennen bedeutet Vorteile sichern.“

Dass Weltverbessern in Siek Spaß macht, wird übrigens mit bunten Billardkugeln illustriert. Haben sich die Werbeleute mit diesem Spiel von der harten Arbeit entspannt. Oder ist es eine versteckte Botschaft, weil die die Kugeln früher aus Elfenenbein waren? Über die WAS-Werbung darf man sich lustig machen, denn an der Bilanz gibt es nichts zu meckern: 28 Unternehmen hat die kreiseigene Gesellschaft im vergangenen Jahr angesiedelt und damit 540 Jobs geschaffen und mehr als 750 gesichert. Demnach muss es genug Leute geben, denen die Sprüche gefallen haben.

Peinlich

 Was ist jetzt peinlicher für Bad Oldesloe? Dass das Café am Markt fünf Jahre geschlossen war oder dass das „Laurent“ nach nicht mal mal fünf Monaten wieder dicht ist? Schließlich hatte die Stadt rund 600  000 Euro investiert und ewig lange nach dem optimalen Konzept und dem bestmöglichen Betreiber gesucht. Weil man es ja besonders gut machen wollte. Man sollte sich auch erinnern, warum das Café mitten in der Stadt dicht war. Man hatte den Pächtern gekündigt, weil die weniger Miete zahlten und zahlen wollte. Aber selbst bei 1000 Euro im Monat wären in fünf Jahren 60  000 Euro ins Stadtsäckel geflossen, wobei man den Menschen auch noch den Anblick eines geschlossenen Cafés am Marktplatz erspart hätte. Aber das ist Schnee von gester, und weil Neujahr ist, darf man sich was wünschen: Möge es der Stadt gelingen, einen neuen und passenden Betreiber zu finden, der mit seinem Konzept und seinem Angebot die Oldesloer überzeugen kann. Die Grundlagen dafür sind ja bereits gelegt. Es gibt offenbar Interessenten, und die könnten das Restaurant-Cafés bereits Mitte Januar wieder öffnen. Und wenn’s nicht klappt, hat unser Karikaturist Götz Wiedenroth noch einen Alternativ-Vorschlag parat – garantiert ein Geschäftserfolg.

Ungerade

 Jeden Mittwoch in der geraden Woche – Da hatte man ein einfaches Muster für die Abholung der Mülltonne gefunden, und dann so etwas. Das Jahr 2015 hat sich nicht mit 52 Wochen begnügt, sondern eine 53 eröffnet. Und dummerweise fängt 2016 mit der ersten Woche an. Ungerade folgt also auf ungerade, und im Abfallkalender wird aus ungerade nun gerade und umgekehrt. Aber es gibt Lösungen. Damit man im Abfuhr-Kalender nicht die Vorsilbe un bei ungerade streichen und bei gerade ein un davor schreiben muss, hat die AWSH nicht nur eine neue Abfall-Fibel mit Kalender versandt, sondern auch eine App für Handys in Auftrag gegeben. Wer dort seine Adresse einträgt und welche Tonnen er hat, wird benachrichtigt, wenn welche Farbe raus muss. Das klappt nicht nur bei ungeraden Wochen und Feiertagen, sondern auch im März, wenn in mehreren Routen die Routen umgestellt werden. Vorher kommt aber noch die Jahresrechnung. Nicht digital, sondern schwarz auf weiß.
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