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Tag des offenen Denkmals : Ein ganz besonderes Autobahn-Erbe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Tag des offenen Denkmals macht die Autobahnmeisterei Bad Oldesloe fast vergessene Schätze der Öffentlichkeit zugänglich.

von
erstellt am 13.Sep.2015 | 18:50 Uhr

Von der Bundestraße 208 aus ist das Gebäude zu erahnen, auch von der A1 aus sieht man es schemenhaft hinter Bäumen: Doch gewöhnlich kommt kein „normaler Besucher“ bis vor die Türen der Autobahnmeisterei zwischen Bad Oldesloe und Rethwisch. Die Zufahrt ist nur für die Autobahnpolizei und eben die Mitarbeiter der Meisterei frei gegeben. Und so ahnt kaum jemand, dass sich in dem in den 1930er Jahren zusammen mit der Autobahn entstandenen Gebäude so einiges zu entdecken gibt. 1939 – und somit tief in den dunklen Zeiten des „Dritten Reiches“ – war die Autobahnmeisterei im Entstehungsprozess der A1 vom Hamburger Architekten Kons-
tanty Gutschow entworfen worden. Dass sie unter Denkmalschutz steht, ist nicht unumstritten, denn Kritiker tun sich nicht leicht mit Gebäuden aus der Zeit der Nazi-Herrschaft. Die Denkmalschutzbehörde sieht in dem Bau einen zeittypischen Bau, den es der Nachwelt zu zeigen gilt. In den 1950er und 1960er Jahren wurden einige Teile des Gebäudekomplexes zeittypisch ergänzt und verändert, so dass es heute eine ganz eigenständige Mischung zu betrachten gibt.

Das denkmalgeschützte Gebäude, das auch heute noch den reguläre Betrieb beherbergt, ist seit 2012 ein richtiges Museum zu finden. Am Tag des Offenen Denkmals – 2015 unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ – war das nahezu unbekannte Museum der breiten Öffentlichkeit zugängig.

In den Räumlichkeiten gibt es die typischen Arbeitsgeräte im Wandel der Zeit zu sehen, aber auch einen Einblick in das Büroleben inklusiver alter Schreibmaschinen und geradezu historisch anmutenden PCs oder Verkehrszählmaschinen. Albrecht Seibert, ehemaliger Leiter der Autobahnmeisterei Bad Segeberg, hatte einst die Idee für ein solches Museum. 2003 begann er die Sammlung an seiner ehemaligen Arbeitsstelle. 2012 zog man dann schließlich inklusive Segeberger Exponate nach Bad Oldesloe um. Auch beim „Tag des offenen Denkmals“ ist Seibert natürlich vor Ort und präsentiert den neugieren Besuchern die ausgestellten Maschinen und hat zur Freude der Besucher so manche Erklärung und Anekdote parat.

Durch die Sammlung führt auch Meisterei-Mitarbeiter Stefan Klempau. An manche Exponate erinnert er sich noch aus eigener beruflicher Erfahrung, manche stammen aus einer Epoche lange vor seiner Zeit. „Wenn ich hier manche Sachen sehe, muss ich sagen, dass die technischen Neuerungen unsere Arbeit schon deutlich vereinfachen. Früher mussten die Leute teilweise wirklich härter schuften“, so Klempau.

Jörg Becker, Leiter der Autobahnmeisterei, ist über das Publikumsinteresse erfreut. „Es ist immer gut, wenn sich Bürger für unsere Arbeit interessieren. Beim Tag der offenen Tür vor einigen Jahren, hatte sich bereits gezeigt, wie groß die Neugier ist. Damals kamen über 1000 Besucher. Heute waren es weniger, aber trotzdem sind wir mit der Resonanz zufrieden.“

 

 

 

>Das Museum kann von Firmen, Schulklassen oder anderweitig interessierten Personen und Gruppen besichtigt werden. Reguläre Öffnungszeiten gibt es nicht. Der Besuch muss daher vorher geplant und abgesprochen werden. Mehr Infos bei der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe telefonisch unter 04531 1273-0.

 

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