zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 16:43 Uhr

Ein festlicher Rahmen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Landbote“ von 1884 als ein Stück Unternehmensgeschichte

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 16:40 Uhr

Fernab aller platten Werbeslogans wusste man schon vor genau 130 Jahren seine Zielgruppe zu erreichen: „Einem geehrten Publikum von Oldesloe und Umgebung halte meine Schönfärberei und chemische Reinigung bestens empfohlen.“ So formulierte es zumindest Martin Buchholz, der Urgroßvater von Rainer Buchholz, Chef des gleichnamigen Oldesloer Reinigungsunternehmens. Und der Nachfahre hält bis heute die alte Ausgabe des „Landboten“ vom 2. Februar 1884 in Ehren, in der eine der ersten Inserate des 1880 gegründeten Betriebes abgedruckt ist. Damals lief der Urgroßvater noch mit einem Handwagen zu Fuß von Oldesloe nach Segeberg, um die hier gefärbte Wolle dort zu Garn spinnen zu lassen, berichtet Buchholz aus alten Erzählungen seiner Familie. Das Garn brachte der Firmengründer dann wieder retour zu den Landwirten, teilweise im Tausch gegen Waren.

Aber nicht nur die eigene einspaltige Anzeige fasziniert an der alten Zeitung: „Ich hätte nie gedacht, dass es schon damals so viele Inserate gab“, sagt Rainer Buchholz, fährt mit dem Finger über die Seite mit den Geschäftsanzeigen und stoppt bei den Veranstaltungen. Ob nun Kaffeeball in Stubbendorf, Volksmaskerade in Oldesloe oder die Aufführung des „Bettelstudenten“ im Theater Lübeck – „Damals war man sicherlich noch nicht so abgelenkt wie heute“, sagt Buchholz, „die Veranstaltungen waren sicher gut besucht.“

Zu dem antiken Exemplar des Vorläufers des „Stormarner Tageblatts“ ist die Familie Buchholz in den 1960er Jahren gekommen. Einem Oldesloer fiel sie bei Dachdeckerarbeiten in die Hände, blätterte sie durch und entdeckte, dass es als einer der wenigen Betriebe von der Seite mit den Geschäftsanzeigen noch die Firma Buchholz gab. Der Finder zeigte Großvater Buchholz das gute Stück; der nahm es dankend als Geschenk an.

Viele Jahre war diese Ausgabe des „Landboten“ dann in einer Schublade in Vergessenheit geraten. Passend zum 100-jährigen Bestehen der Wäscherei entdeckte man das Relikt wieder, ließ es rahmen und hält es seitdem in Ehren. Wie jetzt zum Jubiläum des Tageblatts schauen auch die Mitarbeiter wieder genauer auf die „Betriebszeitung“ – „Die Kolleginnen fragten mich, wo denn die anderen Seiten geblieben wären“, schmunzelt Buchholz, denn der Landbote damals gerade einen Umfang von vier Seiten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen