Vorfreude : „Ein Event, auf das alle Lust haben“

Jedes Jahr aufs Neue ein Spektakel: Das SHFV-Hallenmasters in einer ausverkauften Kieler Ostseehalle.
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Jedes Jahr aufs Neue ein Spektakel: Das SHFV-Hallenmasters in einer ausverkauften Kieler Ostseehalle.

Morgen wird in der Kieler Sparkassen-Arena bereits zum 17. Mal das SHFV-Hallenmasters ausgetragen. Wir trafen SVE-Coach Oliver Zapel und VfB Lübecks Co-Trainer Henning Meins vorher zum Gespräch.

shz.de von
10. Januar 2015, 08:00 Uhr

Morgen steht in Kiel zum 17. Mal das Hallenmasters an. Dem Spektakel werden erneut rund 8600 Zuschauer beiwohnen und die Sparkassen-Arena in ein Tollhaus verwandeln. Vielleicht allerdings zum letzten Mal. Denn ab 2016, so will es der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und auch der ihm untergeordnete Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV), soll in der Halle nur noch Futsal gespielt werden. Dies gelte – laut Beschluss – für sämtliche Turniere in allen Altersklassen, an denen Vereinsteams teilnehmen. Doch zunächst wird morgen altbewährt ab 18 Uhr um Ruhm, Ehre und ein üppiges Preisgeld gekickt. Dabei ist auch in diesem Jahr im achtköpfigen Starterfeld wieder Regionalligist VfB Lübeck, der sich bereits dreimal in der Vergangenheit (1999,2000 und 2011) die Hallenkrone Schleswig-Holsteins aufsetzen konnte. Und mit dem SV Eichede gastiert zudem das Stormarner Aushängeschild in der Landeshauptstadt, das sich zum sechsten Mal (2006, 2010 - 14) für das Event der besten Acht im „Land zwischen den Meeren“ qualifiziert hat. Wir sprachen mit SVE-Coach Oliver Zapel und Lübecks Co-Trainer Henning Meins über die Erwartungen, das Masters als Event und die körperlose Variante des Hallenfußballs, dem Futsal.

Morgen geht es wieder los, sind Ihre Jungs gewappnet, die Vorfreude spürbar?
Henning Meins: „Definitiv. Das ist eine Riesenveranstaltung, ein echtes Highlight, auf das alle Lust haben.“
Oliver Zapel: „Vor zwei Wochen war der Funke bei mir noch nicht übergesprungen. Aber nach unseren guten Auftritten in Schwarzenbek und Bad Oldesloe ist jetzt schon zu spüren, dass alle brennen – mich eingeschlossen.“

Das Turnier und der Hallenfußball scheinen ein Auslaufmodell zu sein. Laut Verband wird in Zukunft auf die Karte Futsal gesetzt. Ist das der richtige Weg?
Henning Meins: „Ich kann mich damit nicht anfreunden. In der Art und Weise wie jetzt gespielt wird, kommt das dem draußen nahe. Vom Futsal kann ich das nicht behaupten.“
Oliver Zapel: Ich sehe das ähnlich. Futsal ist eine Parallelwelt, ein Projekt, das nur eine kleine Zielgruppe anspricht. Mir ist der normale Hallenkick lieber.“

Stammspieler werden aufgrund von Verletzungsgefahr oft geschont. Tragen die Vereine nicht auch eine Schuld daran, dass neue Wege bestritten werden sollen?
Henning Meins: „Das kann sein, ist aber für mich normal. Die richtig guten Fußballer wollen meistens selbst nicht, oder werden vorsorglich geschont. Doch mal ehrlich: Wer denkt, dass das durch die Umstellung auf Futsal anders aussieht und plötzlich reihenweise Stars auflaufen, irrt sich.“
Oliver Zapel: „Kontraproduktiv war es sicherlich, das eine ganze Reihe von rein kommerziellen Hallenturnieren aufgezogen wurden. Trotzdem hat der Fußball in der Halle eine Tradition, ein treues Publikum. Turniere wie das in Bad Oldesloe oder Kiel sind nicht wegzudenken. Für mich ist es jedenfalls klar, dass wir in Zukunft an keinem Futsal-Turnier teilnehmen werden.“

Nun geht es ja erstmal noch normal weiter. Was erwarten Sie von dem Turnier in Kiel? Gibt es eine Zielsetzung, oder steht nur der Spaß im Vordergrund?
Henning Meins: „Eine Mischung aus beidem. Am wichtigsten ist, dass wir verletzungsfrei durch das Turnier kommen. Aber eines ist auch klar, wenn man da ist, will man auch Erfolg haben, auf einem der Geld-Ränge landen, also mindestens ins Halbfinale einziehen. Trotzdem wollen wir Spaß haben und diesen auch vermitteln, statt Kampf und Krampf attraktiven Fußball zeigen.“
Oliver Zapel: „Ich habe eher ein geringe Erwartungshaltung. Mir ist es vor allem wichtig, dass meine Spieler ohne Druck auflaufen und ein anderes Bild abgeben, als in den letzten Jahren. Aber natürlich wäre es schon toll, unter die letzten Vier zu kommen.“

In einer Hammer-Gruppe mit Holstein Kiel und SH-Ligakrösus TSV Schilksee wird das sicherlich nicht leicht.
Henning Meins: „Mag sein; ich würde das aber nicht als Hammer-Gruppe bezeichnen. Alle Teams, die sich qualifiziert haben, besitzen Qualität und werden uns alles abverlangen. Letztlich entscheidet doch die Tagesform und nicht die Zugehörigkeit zu einer Spielklasse.“
Oliver Zapel: „Das sehe ich schon etwas anders. Die Historie zeigt, dass kein Weg an Kiel und Lübeck vorbeiführt. Dazu Schilksee, die für mich Geheimfavorit sind; da muss bei uns schon alles passen, um für eine Sensation zu sorgen.“

Das kleine „Derby“ zwischen dem SVE und dem VfB steht auch an. Ein besonderer Reiz?
Henning Meins: „Uns ist klar, dass wohl eine der beiden auf der Strecke bleibt. Trotzdem ist das keine Partie mit Besonderheiten. Einzig die Tatsache, dass mit Oliver Zapel dort ein Trainer ist, mit dem ich beim TuS Hoisdorf selbst zusammengespielt habe, ergibt einen persönlichen Reiz.“
Oliver Zapel: „Ich freue mich auch auf meine alten Wegbegleiter an der Bande. Mit Henning und auch Denny Skwierczynski verbindet mich eine besondere Beziehung. Wir haben früher auch abseits des Platzes viel unternommen, kennen uns gut. Da wird sicherlich der Flachs blühen. Doch das gehört dazu und macht ja auch Spaß. Favorit sind wir gegen den VfB Lübeck aber sicherlich nicht.“

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