Bad Oldesloe : Ein buntes Fest für alle

Nurcan Yildirim (r.) und Tugba Atmaca vom Moschee-Verein laden die Mitbürger zum Kermes-Fest ein.
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Nurcan Yildirim (r.) und Tugba Atmaca vom Moschee-Verein laden die Mitbürger zum Kermes-Fest ein.

Die türkisch-islamische Gemeinde in der Kreisstadt feiert am Wochenende ihr Kermes-Fest.

shz.de von
11. Juni 2018, 10:16 Uhr

Seit 1986 gibt es den Moschee-Verein in der Kreisstadt, aber die meisten Oldesloer kennen die türkisch-islamische Gemeinde in der Turmstraße gar nicht – geschweige denn die Mevlana-Moschee. Die Hemmschwelle gegenüber den muslimischen Mitbürgern ist sehr groß. Nurcan Yildirim kennt die vielfältigen Ressentiments nur allzu gut und möchte dabei helfen, sie abzubauen. Das nahende Kermes-Fest der Gemeinde sei eine gute Gelegenheit, nicht nur die islamische Gemeinde, sondern auch die Moschee kennenzulernen. „Unsere Moschee ist offen für alle Menschen, egal welcher Religion sie angehören“, sagt die Oldesloerin mit türkischen Wurzeln, die fast ihr ganzes Leben in Stormarn verbracht hat.

Am kommenden Wochenende feiert der Ditib-Moschee-Verein in der Turmstraße ein dreitägiges Kermes-Fest, zu dem auch alle Oldesloer eingeladen sind. Von Freitag, 15., bis Sonntag, 17. Juni, können alle Interessenten nicht nur zum gemeinsamen Frühstück, sondern auch zum Feiern, Spielen und Klönen kommen. Am Freitag besteht zudem die Möglichkeit, ab 13 Uhr beim gemeinsamen Gebet in der Moschee dabei zu sein.

„Viele Menschen haben Vorurteile und Ängste, wenn sie Islam hören. Diese Ängste wollen wir abbauen“, sagt Nurcan Yildirim. Am Donnerstagabend endet der islamische Fastenmonat Ramadan, es ist einer der wichtigsten muslimischen Feiertage. Das Fest des Fastenbrechens wird dann drei Tage lang gefeiert, es steht ganz im Zeichen der Familie. Verwandte besuchen sich, und die Kinder freuen sich auf den Id al-Fitr (arabisch für Ramadanfest), wie hierzulande Kinder auf Weihnachten, denn es gibt Geschenke und viele Sachen zum Naschen, weshalb das Fest auch Zuckerfest genannt wird. Dieses Fest soll mit einem Tag der offenen Tür verbunden werden, einem so genannten Kermes-Fest, das die 600 Mitglieder zählende Gemeinde seit 2006 alljährlich in Bad Oldesloe feiert.

Es werden Obst, Kuchen, Döner und jede Menge andere Leckereien gegen eine Spende angeboten. „Es geht auch ums Spaß haben und sich kennen lernen“, betont Nurcan Yildirim, die auch eine kleine Gesundheitsmesse vor der Moschee auf dem Rondeel organisieren möchte. Alle Einnahmen aus dem Fest sollen dem Moschee-Verein zugute kommen, denn er bekommt kein Geld vom Staat. Für die Kinder soll es Spiele und drei Hüpfburgen geben, außerdem bekommen sie kleine Geschenke.

Einige Oldesloer Vereine haben bereits ihre Zusage gegeben, beim Kermes-Fest dabei zu sein. „Auch alle älteren Menschen, die einsam sind, sind herzlich eingeladen“, sagt Tugba Atmaca. Die 26-Jährige ist Lehrerin an der Comenius-Schule in Quickborn.

Ein großes weißes Zelt steht bereits seit vier Wochen hinten im Garten, wo sich muslimische Bürger allabendlich zum Fastenbrechen treffen. „Unsere Räume sind klein, sie platzen aus allen Nähten“, beklagt Nurcan Yildirim, die in Lasbek aufwuchs und als 14-Jährige mit ihrer Familie nach Bad Oldesloe zog. Der Verein wächst beständig, vor allem durch eine große Anzahl syrischer Flüchtlinge, die hier eine neue Heimat gefunden haben und gerne mit anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. „Wir versuchen den Flüchtlingen zu helfen, besonders den Kindern, denn sie sind unsere Zukunft“, so Nurcan Yildirim.


>Das Fest beginnt an allen

drei Tagen jeweils um 14 Uhr.





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