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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 07:10 Uhr

Bargteheide : Ein Bürgermeister zieht Bilanz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für Dr. Henning Görtz (CDU) hat das letzte Quartal seiner Amtszeit begonnen. Der Bargteheider Bürgermeister wechselt am 26. April ins Kreishaus als neuer Landrat. Für das Stormarner Tageblatt zieht er Bilanz.

Die Schuldenfreiheit der Stadt könne voraussichtlich nicht nur im laufenden, sondern zumindest auch für das kommende Jahr erhalten bleiben. Vielleicht auch darüber hinaus, hofft er. „Der Finanzausschuss hat jetzt die Jahresrechnung für 2015 vorgelegt“, sagt Görtz, „danach ist das Ergebnis um fünf Millio-nen Euro besser, als es noch bei den Haushaltsberatungen prognostiziert wurde.“ Das bedeutet noch eine Million zusätzlich für die Rücklage und vier Millionen nicht aufgenommene Kredite.

Darauf ist er stolz, wie auch auf den Ausbau der Bildungsangebote. „Da hat es einen richtig positiven Schub in meiner Amtszeit gegeben.“ Sechs neue Kitas und Krippen wurden eröffnet, Schulen erweitert oder die Erweiterung auf den Weg gebracht. Als nächstes steht ein Neubau für die Oberstufe der Dietrich-Bonhoeffer-Schule auf der Tagesordnung. „Bildung ist ein wichtiger Standortfaktor“, weiß Görtz.

Auch die gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik ist für Görtz auf der Haben-Seite: „Ich habe so weitergemacht, wie es mein Vorgänger Werner Mitsch vorgelebt hat.“ Natürlich habe es manchmal im Gebälk geknirscht. Größtes Ärgernis ist für Görtz die Verschiebung des letzten Teils der Westumgehung. „Das hätte ich gern bis zur Planfeststellung begleitet, also bis zur Baugenehmigung.“ Denn das bedeute mehr Lebensqualität für die Innenstadt. Wegen einer Fledermaus-Kartierung muss noch umgeplant werden. Dabei müssen die Flugrouten der Dämmerungsjäger stärker berücksichtigt werden. Baubeginn könne jetzt frühestens im Jahr 2019 sein.

Auch das Engagement für den Klimaschutz sieht er insgesamt positiv. „Wir haben viele städtische Altbauten und Schulen energetisch saniert“, sagt er. Vieles sei auf den Weg gebracht worden, allein die Windkraft habe für Polarisierungen gesorgt. „Das Thema hat die Zusammenarbeit in der Stadtver-tretung und mich auch persönlich belastet.“

Die eigene Energieerzeugung sei jetzt aufgeschoben oder möglicherweise auch gescheitert. Die übrigen Ziele würden umgesetzt, die Verringerung des Kohlendioxidausstoßes, der Bewusstseinswandel beim Energieverbrauch und die Gründung eines Stadtwerks. „Wir sind jetzt mittendrin in einem neuen Verfahren zur Ausschreibung der Strom- und Gasnetze.“

„Wichtigste Aufgabe bleibt in den kommenden Jahren die Schaffung bezahlbaren Wohnraums“, sagt Görtz. Die meisten Flüchtlinge würden wahrscheinlich bleiben, für Senioren und Alleinerziehende herrsche ebenfalls ein zunehmender Bedarf. „Bisher wurden vor allem Einzel- und Doppelhäuser gebaut“, sagt er, „in Zukunft muss der Schwerpunkt auf dem Geschosswohnungsbau liegen.“

Vermissen wird er die Kollegen im Bargteheider Rathaus. „Wir haben alle zusammen viel bewegt, es war eine supertolle Zeit für mich“ sagt er. Einen guten Draht habe er auch zu Vereinen und Verbänden gehabt. „Aber ich wohne ja weiterhin in Bargteheide und wir werden uns hier öfters begegnen.“

Um seine direkte Nachfolge ist ihm nicht bange, da hat er keine Bedenken. Insbesondere sein Stellvertreter Claus Christian Claussen sei als CDU-Fraktionsvorsitzender gut in den kommunalpolitischen Themen drin. „Er wirkt nach außen hin als Unterschriftsberechtigter, der Amtsleiter Herbert Sczech nach innen in die Verwaltung hinein.“

Seinerseits hat Görtz mit Plöger mehrere Treffen geplant, um sich auf das Amt als Landrat vorzubereiten: „Er hat mir eine gute Einarbeitung zugesagt. Ich erwarte eine gute Übergabe.“ Größte Herausforderung blieben die Flüchtlinge auch für den Kreis. Sie benötigten Wohnungen, Sprachkenntnisse und einen Zugang zum Arbeitsmarkt. „Auch eine gute Informationspolitik ist wichtig.“ Hass-Mails zum Thema habe es bisher nur in Einzelfällen gegeben.

Der Wahlausschuss legt den Wahltermin fest. Wenn es beim favorisierten Sonntag, 26. Juni, und dem 10. Juli für eine mögliche Stichwahl bleibt, kann es dennoch dauern, bis ein neuer Amtsinhaber antritt. Denn es gibt Kündigungsfristen für bestehende Arbeitsverhältnisse.

Görtz hofft darauf, dass sich genügend Bürger in Bargteheide jetzt für die anstehende Breitbandversorgung mit Glasfaserkabel entscheiden. Sie sind wesentlich leistungsfähiger als die alten Telefon-Kupferkabel und damit zukunftssicher. Etwa 50 Prozent der Haushalte müssen mitmachen. Dann kann die VS Media im Auftrag der Bargteheider Stadtwerke die Kabel verlegen.

„Die Gewerbegebiete sind versorgt, jetzt kommt der Bereich Struhbarg, Déviller Straße und Bachstraße dran“, sagt Görtz. Während der Verlegung würden Hausanschlüsse kostenlos erstellt, später werde das teuer, mit einigen 100 Euro sei zu rechnen. „Die Datenmengen im Internet verdoppeln sich alle zwei Jahre“, sagt er. Noch reiche ihm sein Privat-Anschluss mit maximal echten 13 Mbit Übertragungsrate aus, aber das werde sich schon in wenigen Jahren ändern. Dann werde die Glasfaser unverzichtbar. Hausbesitzer sollten dabei deshalb auch an die Wertsteigerung ihrer Immobilie denken. Der Westen der Stadt soll im kommenden Jahr erschlossen werden – wenn sich auch dort genügend Teilnehmer dafür finden.


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