Unfallschwerpunkt in Reinfeld : Ein Baum ruft den Tod in Erinnerung

Das Abschiednehmen fällt schwer. Der Ort des  stillen Gedenkens wurde erneut Mittelpunkt eines Unfallgeschehens.
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Das Abschiednehmen fällt schwer. Der Ort des stillen Gedenkens wurde erneut Mittelpunkt eines Unfallgeschehens.

Die Stätte des stillen Gedenkens an der B75 beim Reinfelder Kalkgraben ist plötzlich erneut ein Unfallort.

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17. März 2014, 15:36 Uhr

Tragisches Ereignis auf der Bundesstraße 75 in der Nähe des Kalkgraben. Am Sonntag kurz nach 14 Uhr war ein 20-jähriger Reinfelder mit dem Mercedes A-Klasse seiner Mutter ins Schleudern geraten und gegen den Alleebaum geprallt. Er und seine 19-jährige Beifahrerin aus Hoisdorf zogen sich schwere Verletzungen zu (wir berichteten).

Bei einem nahezu identischen Unfallgeschehen im Mai vergangenen Jahres war ein 39-jähriger Mann aus Bad Oldesloe ums Lebens gekommen. Damals war der Autofahrer in Richtung Bad Oldesloe unterwegs, als er bei Regen auf die Gegenfahrbahn geriet. Beim versuchten Gegenlenken geriet sein Renault Clio ins Schleudern, drehte sich, schoss nach rechts, wo der Wagen mit der Fahrerseite gegen den Baum prallte. Die Leitstelle hatte noch einen Rettungshubschrauber angefordert, der 39-Jährige erlag aber noch im Fahrzeug seinen Verletzungen.

Seit jenem Tag im Mai pflegen die Hinterbliebenen das Andenken des Verunglückten mit Bildern, Blumen und persönlichen Worten. Erst vor kurzem platzierten sie am Baum ein Gedenkkreuz und stellten einen neuen Bilderrahmen auf. Alles wurde durch den Unfall am Sonntag zertrümmert.

Am Sonntagnachmittag sei es regnerisch und etwas schmierig auf der Fahrbahn gewesen, so Reinfelds Gemeindewehrführer Torben Struck, der mit seiner Feuerwehr als First Responder zuerst alarmiert wurde. Struck orderte später noch weitere Kräfte nach, weil es galt, die auslaufenden Betriebsstoffe abzustreuen.

Vermutlich hatte der junge Fahrer seine Geschwindigkeit nicht den Fahrbahn- und Witterungsverhältnissen angepasst und war mit dem Wagen ins Schleudern geraten und dann gegen den Baum gekracht. Nach der Unfallaufnahme musste die B 75 im Bereich der Unfallstelle von einer Spezialfirma noch gereinigt werden, ehe sie wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte.

Möglicherweise sei aber auch der Fahrbahnbelag dort extrem rutschig. Andreas Lehmann, Bürgermeisterkandidat in Reinfeld sagte: „Das muss dringend überprüft werden. Es muss dort eine Verkehrssicherheit hergestellt werden, denn wir wollen nicht noch mehr Verletzte oder gar Tote auf unseren Straßen haben.“

Gemeindewehrführer Torben Struck erinnert sich an mehrere Unfälle gerade an dieser einen Stelle. „Allein während meiner sechsjährigen Zeit als Wehrführer hat es dort bestimmt sieben Unfälle gegeben, drei davon innerhalb der vergangenen zehn Monate. Einer der schlimmsten Unfälle war aber der vom Mai 2013, als ein 39-Jähriger dort am Baum ums Leben kam.“ Über mögliche Maßnahmen an der Straße entscheidet eine Kommission mit Vertretern von Polizei, Kreisverkehrsaufsicht und dem Lübecker Landesbetrieb für Straßenbau.

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