Stormarner Straßen-Geschichte(n) : Ein Bären-Stein für Berlin

Seit einer Sanierung im vergangenem Jahr erstrahlt der Berliner Meilenstein wieder so, wie im Originalzustand.

Seit einer Sanierung im vergangenem Jahr erstrahlt der Berliner Meilenstein wieder so, wie im Originalzustand.

Am Berliner Ring steht seit mehr als 60 Jahren ein so genannter Berliner Meilenstein.

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13. Januar 2021, 21:37 Uhr

Bad Oldesloe | Am Rande des Berliner Rings in Bad Oldesloe, gleich neben dem alten Friedhof und nur 100 Meter von der Brücke über die Trave entfernt, steht eine Stein-Skulptur, auf dem ein Bär abgebildet ist. Genauer gesagt: ein Berliner Bär. Darauf ist die Anzahl der Kilometer vermerkt, die man von dieser Stelle aus bis in die Bundeshauptstadt fahren muss – nämlich  328 Kilometer. Fast jeder Oldesloer hat ihn bestimmt schon mal gesehen, aber kaum einer weiß so genau, was es damit auf sich hat.

Trauriges Kapitel deutscher Geschichte

Die steinernen Berliner Bären sind Denkmale, die an die Teilung Berlins und an dieses traurige Kapitel der deutschen Geschichte erinnern sollen. Die Berliner Meilensteine, Kilometersteine oder Gedenksteine wurden zwischen 1954 und 1989 unter dem Motto „Bären für Berlin“ in hunderten deutschen Städten aufgestellt.

1954 wurde an der Autobahn zwischen Köln und Frankfurt/Main der erste Berliner Kilometerstein aufgestellt. Viele deutsche Städte wollten auf diese Weise ihre Solidarität mit Berlin bekunden. Mehr als 250 Steine folgten in Orten oder an Autobahnen. Viele Steine sind allerdings verschwunden oder inzwischen in Vergessenheit geraten. Auch in Lübeck am Berliner Platz und Bad Segeberg vor der Dahlmann-Schule gibt es Bären-Steine.

Kurzfilm über die Einweihung im Internet

Der Oldesloer Bär gehörte zu den ersten, denn er wurde schon im Juni 1959 aufgestellt und feierlich enthüllt. Ein Vertreter des Berliner Senats kam damals in die Travestadt und grüßte besonders herzlich von Willy Brandt, gebürtiger Lübecker und damals seit zwei Jahren das Stadtoberhaupt Berlins.

Jahrzehntelang war der Berliner Bär ein „Braunbär“.
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Jahrzehntelang war der Berliner Bär ein „Braunbär“.

 

Die angrenzende Straße bekam damals auch ihren Namen: Berliner Ring. Im Internet kann man sogar einen rund drei Minuten langen Film von der Einweihung des Meilensteins in Bad Oldesloe unter www.ardmediathek.de sehen.

Bildhauerin und Grafikerin schuf Gedenkstein

Wie zahlreiche andere Steine mit einem Bärenrelief auch, ist der Oldesloer Gedenkstein ein so genannter Sintenis-Stein der Bildhauerin Renée Sintenis (1888 bis 1965), von der das stilisierte Bären-Motiv stammt.  Die Berliner Bildhauerin und Grafikerin schuf unter anderem das Vorbild für die goldenen Bären, die alljährlich auf der Berlinale verliehen werden.

Hinter der Idee stand damals der Verleger und Berlin-Bauftragte Gerd Bucerius, der anregte, auf den bundesdeutschen Autobahnen alle 100 Kilometer einen Kilometerstein mit dem Berliner Bären zu errichten. Bucerius konnte diese aus Mitteln des Bundes finanzierten Meilensteine jeweils kostenlos zur Verfügung stellen, die Gemeinden hatten jeweils nur für die Kosten der Errichtung der Steine geradezustehen.  

Der Oldesloer Bär war jahrzehntelang ein „Braunbär“, denn irgendwann einmal wurde er braun angemalt, ebenso auch die Buchstaben auf der Skulptur. Im vergangenen Jahr wurde der Stein endlich mal wieder gereinigt und in den Originalzustand versetzt. Der kleine Bär erstrahlt jetzt wieder hell wie am ersten Tag.

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