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Auszeichnung für Siegrun Jonuscheit : Ehrennadel für 50 Jahre Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mit der „Spielschar“ 1963 fing alles an. Siegrun Jonuscheit aus Bargteheide wird Montag von Ministerpräsident Albig geehrt.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 18:08 Uhr

Mit Kindern und Jugendlichen basteln, musizieren, tanzen und verreisen – das macht Siegrun Jonuscheit seit mehr als 50 Jahren. Für ihr ehrenamtliches Engagement bekommt sie am Montag von Ministerpräsident Torsten Albig die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein überreicht. Eigentlich ist es Siegrun Jonuscheit gar nicht recht, dass sie öffentlich geehrt wird. Sie mag es nicht, im Rampenlicht zu stehen.

Seit 1963 betreut Jonuscheit Kinder- und Jugendgruppen in der „Spielschar“, organisiert Reisen und Zeltlager. Die Spielschar wurde 1949 von ihrer Mutter Agnes Albrecht gegründet. Ziel war es, Geselligkeit zu pflegen und Gemeinschaftssinn zu entwickeln.

Jonuscheit war zunächst als Kind und Teilnehmerin in den Spielgruppen und bei den Fahrten dabei, übernahm nach und nach mehr Verantwortung. Bis sie 1963 ihre erst eigene Kindergruppe leiten durfte. Da hatte die Spielschar bereits einen Umzug hinter sich. Aus der Spielschar Wesermünde war die Spielschar Wesermünde-Stormarn geworden. Grund war ein berufsbedingter Umzug nach Bad Oldesloe.

Die 76-Jährige liebt die freie Jugendarbeit, die es in dieser Form heute kaum noch gibt. „Die Arbeit mit den Kindern macht großen Spaß“, sagt Jonuscheit. „Ich mache das solange weiter, wie mich die Kinder noch wollen.“ Sie erinnert sich an zahlreiche Reisen ins In- und Ausland, die sie über die Jahre organisiert hat. Norwegen, Finnland, Österreich, Portugal und die Türkei hat sie gesehen. Mit Bussen seien sie damals verreist und hätten gezeltet und geangelt, seien Ski gefahren und hätten Theaterstücke besucht.

Heutzutage sei freie Jugendarbeit schwierig geworden, sagt die Bargteheiderin. „Die Kinder haben bis 16 Uhr Schule. Danach sind die abgefüllt.“ Sie ist der Ansicht, Jugendarbeit leide unter Ganztagsschulen. „Gemeinschaftsgeist, Sozialverhalten und Charakterentwicklung soll heutzutage in der Schule geschehen. Früher wurden diese Fähigkeiten bei uns in der freien Jugendarbeit entwickelt.“

Rund 40 Mitglieder hatte die Spielschar in den 1960er und 1970er Jahren. Heutzutage sind es knapp 20 Kinder, die zum Basteln und Flötenspielen in die Stadtschule Bad Oldesloe kommen. Bei Zeltlagern und Wochenendausflügen seien es mehr. Wie die Zukunft der Spielschar aussehen wird, mag Jonuscheit nicht sagen. „Das ist ein großes Fragezeichen.“ Die Nachwuchsprobleme zeigen sich nicht nur bei den sinkenden Teilnehmerzahlen, sondern auch bei den Teamern, also den Gruppenleitern. Jonuscheit: „Kaum jemand hat Zeit, nachmittags Kurse zu geben.“

Dass ihre Jugendarbeit dennoch nachhaltig ist, zeigen die Lebensläufe der vielen Menschen, die sie gefördert hat. Mit vielen von ihnen ist sie noch heute vernetzt. Dazu gehören zum Beispiel Helga Priebsch von der Oldesloer Bühne und Andreas Mrozek, der in den 1990ern Vorsitzender des Kreisjugendrings war, sich dort noch heute engagiert. Die meisten „Ehemaligen“ der Spielschar sind im Förderkreis vereint. Sie treffen sich mehrmals im Jahr. Dann verreisen sie, gehen ins Theater und schwelgen in Erinnerungen.

Neben ihrem Einsatz für Jugendliche setzt sich Siegrun Jonuscheit aktiv in der Kommunalpolitik ein. Seit 1976 ist sie FDP-Mitglied und seit mehreren Jahren Schatzmeisterin. Anfang 2014 übernahm sie einen Sitz in der Stadtvertretung. „Das frisst die meiste Zeit“, sagt Jonuscheit. „Terminlich ballen sich Ausschussarbeit, die vielen Sitzungen und das Unterlagenstudium.“ Da sei die Vereinsarbeit geradezu eine Erholung.

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