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Eichedeer Kirchenchronik wieder komplett : Ehrenbürgermeister schließt die Chronik-Lücke

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Joachim Stapelfeldt hat in mühevoller Arbeit die fehlenden letzten 20 Jahre der Eichedeer Kirchenchronik zu Papier gebracht.

Seit Juli 1897 haben die jeweiligen Eichedeer Pastoren jährlich ihren Beitrag für die Kirchenchronik geliefert. So entstanden die beiden ersten Bände von 1897 bis 1905 und 1906 bis zum Jahr 1993. Da endete allerdings die Kirchenchronik, die bis dahin handschriftliche geführt wurde. Der damalige Pastor Helmut Neiß schrieb den bis dato letzten Eintrag. Das hatte auch seinen Grund, denn was folgte war ein erbitterter Streit in der Kirchengemeinde um seine Person, der schließlich mit dem Weggang des Pastors aus Eichede endete.

Weder sein Nachfolger Pastor Jörg S. Denecke noch dessen Nachfolger Pastor Jochen Müller-Busse führten in den Folgejahren die Kirchenchronik fort. Das übernahm nun auf Wunsch der Kirchengemeinde Steinburgs ehemaliger Bürgermeister Joachim Stapelfeld. Er schloss die Lücke von 1994 bis zum Jahr 2014.

Stapelfeld hat sich lange geziert, die Chronik fortzuführen. „Ich war ab 1994 Bürgermeister, und es gab zwischen der Kommunalen Gemeinde und der Kirchengemeinde Berührungspunkte“, sagt Stapelfeldt. Das war zum einen der Kindergarten, der damals noch unter der Trägerschaft der Kirche stand und zum anderen auch die Gemeindeschwester und Friedhofsangelegenheiten. „Pastor Neiß und ich saßen oft an einem Tisch, aber nie auf einer Seite. Meist ging es dabei ums liebe Geld“, erinnert sich Stapelfeldt.

Schließlich ließ Stapelfeldt sich aber doch überzeugen, die vergangenen 20 Jahre für die Kirchenchronik zusammen zu fassen. Wie immer natürlich ehrenamtlich. Dem Steinburger Ehrenbürgermeister kam dabei zu Gute, dass er seit je her alles das, was in der Gemeinde passierte beziehungsweise in und über die Gemeinde geschrieben wurde, sammelte, darunter auch sämtliche Ausgaben der Gemeindebriefe der Kirche. Von diesem Archiv konnte Stapelfeldt für seine Chronistenarbeit nun profitieren.

In rund 200 Arbeitsstunden schrieb er auf 188 Seiten, was in den vergangenen 20 Jahren in der Kirchengemeinde so alles passiert war. „In der Chronik ist es so aufgeteilt, dass die handschriftlich gedruckten Teile von mir persönlich geschrieben wurden. Alles andere sind Kopien oder Pressetexte“, erläutert Stapelfeldt. 188 Din-A-4 Seiten kamen so zusammen.

Die beiden großen Kirchenstreite um Pastor Helmut Neiß 1994 und zuletzt um Pastor Jochen Müller-Busse ließ Stapelfeldt natürlich nicht aus. „Man kann daraus erkennen, dass die Kirche aus dem ersten Streit gelernt hat. Bei Pastor Neiß wurde sich gestritten und gehauen, teils sogar unter der Gürtellinie“, so der Chronist. Bei dem Streit um Pastor Müller-Busse ging es hingegen viel gesitteter zu, und schließlich sind beide Seiten zusammengekommen, ohne das es große Wunden gab. „Eines konnte man beim Lesen der Unterlagen allerdings feststellen. Auch während der Streitereien ist die normale Kirchenarbeit immer weiter gegangen.“ Das bestätigte auch die Vorsitzende der Kirchengemeinderates Karin Kreutzfeldt: „Wir haben Streitereien gelernt miteinander zu reden.“

„Wir sind froh, dass wir mit Joachim Stapelfeldt eine neutrale Person hatten, die die Lücke in der Chronik geschlossen hat“, so die neue Pastorin Susanne Schumacher, die seit diesem Jahr im Amt ist. Sie hat die Chronik bereits gelesen und konnte sich so ein Bild über die Ereignisse der vergangenen Jahre machen.

Der dritte Band der Kirchenchronik ist nicht käuflich zu erwerben. Es gibt nur ein gebundenes Exemplar für das Kirchenarchiv, in dem während der Bürozeiten gelesen werden kann. Ein zweites Exemplar kann auch von interessierten Bürgern ausgeliehen werden.

Für seine geleistet Arbeit erhielt Joachim Stapelfeldt von der Kirchengemeinde ein kleines Dankeschön. Mit den Worten: „Bezahlen können wir ihre Arbeit zwar nicht, aber damit sie und ihre Frau nach der vielen Arbeit nun auch ein paar Schöne Stunden verbringen können“, überreichte Pastorin Schumacher dem Chronisten ein Geschenk.

Joachim Stapelfeldt wird in seiner Gemeinde immer mehr zum Chronik-Schreiber. Zuvor hatte er bereits ein Buch über 100 Jahre Feuerwehr Mollhagen verfasst.







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