Radmarathon : Ehling fit für den Klassiker

Fühlt sich gut in Form für den Radmarathon Brest-Paris-Brest: Dirk Ehling.
Fühlt sich gut in Form für den Radmarathon Brest-Paris-Brest: Dirk Ehling.

Radsportler aus Tangstedt feiert bei 24-Stunden-Rennen in Nortorf gelungenen Formtest für das Event Brest-Paris-Brest im August.

shz.de von
22. Juli 2015, 07:00 Uhr

Einen ganzen Tag lang im Rennradsattel und dabei so viele Kilometer abspulen, wie es nur geht – dieser Herausforderung hat sich Dirk Ehling gestellt. Beim 24-Stunden-Radmarathon in Nortorf (Rendsburg-Eckernförde) absolvierte der Tangstedter 24 Runden auf dem Kurs und benötigte dafür 23:05:31,38 Stunden. Das bedeutete Platz eins in der Altersklasse 40 bis 49. Sein Ziel verpasste Ehling allerdings. „Ich wollte die 28 Kilometer lange Runde mit einem Schnitt von 30 km/h absolvieren, dann hätte ich 25 Runden geschafft“, erklärte der Stormarner, der mit seiner Leistung dennoch zufrieden war. Im 175 Sportler großen Teilnehmerfeld aus ganz Deutschland fuhr Peter Hakelberg (Ollaner Radteam, AK18-39) mit 25 Runden in 22:28:37,17 Stunden zum Sieg. Ehling landete im Gesamtklassement auf Rang fünf. Es war der letzte Formtest vor seinem Saisonhöhepunkt, dem Radmarathonklassiker Paris-Brest-Paris, der am 16. August startet.

Bei der Veranstaltung der RSG Mittelpunkt galt es, den 28 Kilometer langen Rundkurs – auf nicht abgesperrten Straßen – möglichst häufig zu umfahren. Die Teilnehmer durften sich zwar über trockene Witterung freuen, aber der Süd-West-Wind stellte eine Herausforderung dar. Ein Drittel der Strecke hatte Ehling mit böigem Gegenwind zu kämpfen. Mindestens genauso unangenehm für die Rennradsportler war der starke Seitenwind auf großen Teilen der Strecke. Nur in Richtung Ziel in Nortorf durften Ehling und Co. bei Rückenwind etwas verschnaufen. Das führte dazu, dass die Fahrer Zweckallianzen bildeten, um Windschattenfahren zu ermöglichen.

Der Stormarner machte anfangs Tempo, hielt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37 km/h pro Runde und sich bis Umlauf elf in der Spitzengruppe. Körperliche Beschwerden aber sorgten dafür, dass Ehling ungeplante Pausen einlegen musste. „Anschließend war ich weitestgehend allein unterwegs, weil ich kaum noch eine passende Gruppe gefunden habe“, berichtete der Stormarner. Nachdem die Sonne gegen 21.20 Uhr untergegangen war, kam eine weitere Herausforderung hinzu: „Es wurde empfindlich kalt in der Nacht“, so Ehling: „Gegen zwei Uhr waren es nur noch acht Grad – im Juli, mitten im Sommer.“

Doch der Tangstedter wärmte sich auf, indem er wieder kräftiger in die Pedale trat. In der letzten Runde dann fing er die Spitzengruppe doch noch ab, war aber zu entkräftet, um das Tempo bis zum Schluss mitzugehen. „Auf den Schlusssprint habe ich bewusst verzichtet“, betonte Ehling, der Rang vier um vier Sekunden verpasste.

„Viel wichtiger als die Platzierung war für mich die zurückgelegte Strecke. 672 Kilometer in 24 Stunden ohne Schlaf, das heißt für mich, dass Brest bei Kilometer 612 in 24 Stunden zu erreichen ist. Damit bin ich fit für Paris-Brest-Paris“, betonte Ehling.

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