Ehemalige Schüler erinnern sich

Die Hamberger Schüler wurden noch bis  nach dem   Zweiten Weltkrieg in nur einem Klassenraum  in der Dorfschule unterrichtet.  Foto: st
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Die Hamberger Schüler wurden noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg in nur einem Klassenraum in der Dorfschule unterrichtet. Foto: st

Großes Treffen in der Grundschule Hamberge / In der Gehörlosenschule wurden erstmals Taubstumme unterrichtet

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26. Juli 2013, 03:59 Uhr

Hamberge | Die größte Gemeinde Nordstormarns blickt auf eine ereignisreiche und bewegte Geschichte zurück. Durch die Recherchen für das Buch "Chronik Hamberge" kam ans Tageslicht, dass Hamberge mit seinen über 1400 Einwohnern in diesem Jahr seinen 850. Geburtstag feiert - mit großem Festprogramm für alle Generationen, Spiel und Spaß für Kinder, Musik, Tanz und einem Ehemaligen-Treffen.

Bereits 1163 wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt. Die zwischen 1286 und 1340 erbaute Kirche zeugt von einem ersten Gemeindeleben vor den Toren Lübecks. Bereits im 17. Jahrhundert gab es eine Schule in dem idyllisch an der Trave gelegene Örtchen. Dort wurden die Kinder von nur einem Lehrer, der auch gleichzeitig Küster war, in der Dorfschule unterrichtet. Die Mini-Schule bestand aus nur einem Klassenraum.

1791 übernahm der Lehrer und Organist Georg Wilhelm Pfingsten (1746 bis 1827) diese Tätigkeit - mit großem Engagement und einem noch größeren Herzen für die Taubstummen. Bis 1799 blieb er in Hamberge und kümmerte sich um die Benachteiligten, indem er eine Gehörlosenschule gründete. Der gelernte Perückenmacher setzte sich für die gesetzliche Schulpflicht für Taubstumme ein und gründete später in Kiel die renommierte Taubstummenschule, die noch heute in Schleswig-Holstein ansässig ist und seinen Namen trägt. "Die ersten taubstummen Kinder in Schleswig-Holstein haben in der Dorfschule Hamberge "reden" gelernt, erzählt Schulsekretärin Silke Kuhlmann.

1901 wurde ein neues Schulhaus mit zwei Klassenräumen neben dem alten an der Friedenseiche gebaut. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg zwangen ständig wachsende Schülerzahlen die Gemeinde zu einem Neubau. 1959 wurde die neue Volksschule feierlich eingeweiht und bietet einzügig den Grundschülern noch heute ein fundierte Ausbildung.

"Viele Erinnerungen und Erlebnisse kreisen um die Schule, viele Menschen haben diese Schule geprägt", weiß Silke Kuhlmann. Mit den Ehemaligen in Erinnerungen schwelgen, sich gemeinsam an den einen oder anderen Schülerstreich erinnern - mit einem Ehemaligen-Treffen während der Festwoche soll dies möglich sein. "Alle alten Schüler und Lehrer sind dazu herzlich eingeladen", so Lars Büge vom Schulförderverein.

Aufwändige Recherchen im Internet und in Archiven haben ihn schon auf die Spur von so manchem ehemaligen Schüler geführt. "Viele sind in alle Winde verstreut", sagt Büge. Doch er hofft, möglichst viele Ehemalige zusammentrommeln zu können, damit diese auch an der Jubiläumsfeier teilnehmen können. Drei Tage lang befindet sich Hamberge im Ausnahmezustand. Gäste nicht nur aus dem Dorf, sondern auch aus der näheren und ferneren Umgebung sind willkommen.

Gefeiert wird von Freitag, 16. August, bis Sonntag, 18. August. Am Freitag finden von 14 bis 17 Uhr "Spiele von früher" auf dem Schulhof statt. Die Ehemaligen treffen sich am Sonntag um 16 Uhr an der Schule. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ghv-hamberge.de. Ehemalige können sich bei Lars Büge (0451/ 89 54 96) melden. Beim GVH ist die "Chronik Hamberge" für 15 Euro zu erwerben.

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