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Ehemalige Fußballprofis auf der Suche nach übersehenen Talenten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Früher hütete er das Tor des FC St. Pauli und stand in insgesamt 359 Profipartien mit seinen Paraden im Mittelpunkt. Jetzt war Klaus Thomforde in Reinfeld ebenfalls im Zentrum des Geschehens, wennauch in einer anderen Rolle. Der ehemalige Kultkicker gab als Gasttrainer beim SV Preußen elf C-Juniorenspielern Anweisungen – und die folgten aufmerksam und respektvoll. Spürbar war dabei das Talent Thomfordes, mit jungen Fußballern umzugehen. Kein Wunder: Mittlerweile ist er als Torwarttrainer für St. Paulis U 16 und U 19 sowie für den Keeper-Nachwuchs der deutschen U 21 Nationalmannschaft verantwortlich.

Außerdem gehört er – wie viele andere ehemalige Kiezkicker – zum Trainerteam der Millerntor Fußballschule in Bremervörde, die als eigenständiges Unternehmen dafür sorgen möchte, dass Talente ihren Weg in den Profifußball finden. Mit einigen Mitstreitern gastierte der Keeper in der Karpfenstadt. „Wir finden hier wirklich gute Bedingungen vor. Die Jugendlichen haben Lust, sie machen mit, und im Gegensatz zu manchen anderen Vereinen bei denen wir waren, sind sie schon recht weit“, erklärte Thomforde.

„Die Atmosphäre ist familiär, alle stehen hinter der Sache. Man merkt, dass der Verein hier Lust auf Fußball hat“, sagte Thomforde. Einziger Wermutstropfen: Nur elf Spieler fanden den Weg zum Training, wohl auch aufgrund der Herbstferien. „Wir denken darüber nach, hier in der Region regelmäßig alle drei Wochen solche Trainingseinheiten anzubieten. Dann aber für Spieler verschiedener Vereine und leistungsorientiert“, erklärte Ralf Ehlers von der Fußballschule. „Wir schauen genau hin. Hier und da findet man vergessene Talente, bei denen die großen Vereine noch nicht oder nicht mehr dran sind. Die wenigsten Scouts schauen ja in der Verbandsliga vorbei. Wir möchten die jungen Fußballer so weiterentwickeln, dass sie sich ihr Studium eines Tages durch Fußball verdienen können. Unser primäres Ziel ist es aber nicht, Spieler für Bundesligisten auszubilden. Bei manchem kann es dazu kommen, aber das ist eher ein positiver Nebeneffekt. Wir finden, es ist auch ein Erfolg, einen Spieler in die 3. Liga zu bringen“, so Ehlers: „Bei uns geht es schon um Leistungssport auf einer bestimmten Ebene.“ Reinfelds C-Junioren-Trainer Detlef Dombrowski sagte: „Wir freuen uns über die Gelegenheit, die unsere Spieler hier bekommen haben.“

Ehlers könne sich nach den positiven Erfahrungen in Reinfeld vorstellen, demnächst gezielt Stormarner Talente vor Ort zu fördern. Der Kontakt zu den C-Jugend-Trainern bestehe während der Einheiten auf dem Platz. Hier und da ein Tipp oder eine Nachfrage, dann wieder ein Hinweis – nach den Übungen tauschen sich die Heim- und Gasttrainer aus. „Wir sind im ständigen Kontakt“, so Ehlers.

Ein Mädchen hatte sich auch unter die männlich geprägte Trainingsgruppe gemischt: Christin Brandt, die seit dieser Saison gemeinsam mit den Jungs der Reinfelder aufläuft, fand es nicht schlimm, dass kein weiteres Mädchen für die Trainingseinheit gefunden wurde. „Ich setze mich hier schon durch. Es macht Spaß“, sagte die 14-Jährige, die in den Trainingseinheiten Vollgas gab. „Sie macht sehr gut mit und ist total akzeptiert“, lobte Ehlers. Die Millerntor Fußballschule habe sich allerdings bisher nicht mit Frauenfußball beschäftigt.

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erstellt am 20.Okt.2014 | 14:18 Uhr

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