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Stormarner Tageblatt

17. November 2017 | 20:47 Uhr

Einsatz in Siek : Echtzeit-Übung für Retter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Feuerwehren und Rettungsdienst Stormarn mussten gemeinsam eine Großschadenslage bewältigen – erfolgreich.

Wie gut Rettungsdienst und Feuerwehren für den Ernstfall bei einer Großschadenslage gerüstet sind, haben sie am Wochenende eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Zentrallager der Firma Lidl in Siek war der passende Ort für eine sehr realistische Großübung. Das Szenario hatte sich der Sieker Gemeindewehrführer und Übungsleiter Holger Wollmer ausgedacht: Durch ein Feuer im Maschinenraum und eventuell in der Warenannahme entstand eine starke Rauchentwicklung. Die Sprinkleranlage hatte das Feuer im Maschinenraum gelöscht, ob es in der Warenannahme brannte, war nicht bekannt. Der Betriebsleiter hatte das Gebäude räumen lassen, allerdings fehlten acht Mitarbeiter. Zudem hatte ihm der Hausmeister berichtet, dass es stark nach Ammoniak roch.

Alarm wird für die Feuerwehren von Siek, Meilsdorf, Braak und den Löschzug Gefahrgut (LZG), dem Rettungsdienst (RVS) sowie dem ASB mit den Einheiten der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) ausgelöst. Wenige Minuten nach dem Alarm trifft die Siek Wehr ein. Ortswehrführer Kai-Willi Bredenkamp lässt den Bereich weiträumig absperren und einen Trupp unter Atemschutz nach dem Hausmeister suchen. Zudem richtet er einen Einsatzabschnitt für den Rettungsdienst und den LZG ein. Inzwischen sind auch die Wehren aus Meilsdorf und Braak eingetroffen. Sie übernehmen den Einsatzabschnitt zwei, „Wareneingang“.

Plötzlich dröhnt der Notruf „Mayday Mayday Mayday“ aus den Funkgeräten. Offenbar haben sich Kräfte der Feuerwehr im Innern des Gebäudes verletzt. Auch aus dem übrigen Räumen des Lagers sind Notrufe zu hören. Die Feuerwehrmänner haben die acht vermissten Mitarbeiter gefunden, zum Teil mit schweren Verletzungen. In einer aufwändigen Aktion werden sie ins Freie gebracht und an die inzwischen zahlreichen Rettungsdienstkräfte übergeben. Parallel dazu machten sich die Spezialisten des LZG in Chemieschutzanzügen daran, ein Leck an der Kälteanlage abzudichten und das ausgelaufene Ammoniak aufzufangen. Zudem retten LZGler Feuerwehrmänner aus dem Gefahrenbereich. Sie müssen über die Außentreppe aus dem zweiten Obergeschoss nach unten zur Verletztensammelstelle gebracht werden.

Am Ende zeigten sich die Verantwortlichen von Feuerwehr und Rettungsdienst mehr als zufrieden. „Zu Beginn war es etwas chaotisch, aber dann hat sich das schnell eingepegelt, und die Einsatzkräfte haben ihre Aufgaben gut abgearbeitet“, sagte Gemeindewehrführer Wollmer. „Ich habe das hier ja nur beobachtet und muss sagen, das Zusammenspiel der einzelnen Einheiten hat gut funktioniert. Das freut mich besonders im Bezug auf die RVS Mitarbeiter, die noch in der Ausbildung sind. Die haben das gut gemacht“, sagte Claus Havemann, Zugführer des Löschzugs Gefahrgut.

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