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Finanznot : EAE rettet sich unter einen Schutzschirm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Banken verlängerten trotz schwarzer Geschäftszahlen Kreditlinie nicht. Altschulden sind das Problem. Unternehmen sucht neue Investoren

von
erstellt am 06.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Die EAE Gruppe hat beim Amtsgericht Reinbek ein Schutzschirmverfahren in Eigenverantwortung beantragt. Mit diesem neuen Instrument soll die Insolvenz einer Firma verhindert werden. Das Ahrensburger Unternehmen war zu dem Gang nach Reinbek gezwungen, weil die Banken einer langfristigen Verlängerung der bisherigen Kreditlinie nicht zustimmt hatten.

„Das war für mich für mich völlig unverständlich“, sagt Geschäftsführer Werner Ringel. Zwar seien die Altschulden ein Problem, doch EAE habe in den vergangenen drei Jahren schwarze Zahlen geschrieben und die Schulden von 16 auf acht Millionen Euro reduziert

Das Reinbeker Gericht folgte dem Antrag, hat die Fortführung des Betriebs durch Werner Ringel bestätigt und Peter-Alexander Borchardt aus einer Hamburger Kanzlei als vorläufigen Sachwalter benannt. Im sechsmonatigen Schutzschirmverfahren muss innerhalb von drei Monaten ein geprüfter Sanierungsplan vorgelegt werden. „Wir sehen dieses Instrument als große Chance, um auf dem bereits erfolgreich beschrittenen Weg der Sanierung die letzte Etappe zurückzulegen“, so Ringel. Die Arbeitsplätze der 175 Mitarbeiter in Ahrensburg sowie weiterer 75 in Coswig bei Dresden sind zumindest vorerst gesichert. Eine US-Tochter ist von dem Verfahren nicht berührt.

Die Ewert Ahrensburg Electronic GmbH wurde 1962 vom Elektroingenieur Richard Ewert gegründet und war mit dem Einsatz von Elektronik und Software in der Druckbranche weltweit erfolgreich. 1990 wurde die Tochtergesellschaft in Coswig gegründet, 2005 beschäftigt EAE in Ahrensburg gut 380 Mitarbeiter sowie knapp 30 Auszubildende. Die Krise bei den Hauptkunden, der Druckindustrie, hatte da aber schon begonnen. Dramatische Rückgänge um bis zu 50 Prozent bei den europäischen Produzenten von Druckmaschinen hatten 2009 schließlich die Entlassung von einem Drittel der Belegschaft zur Folge.

Werner Ringel wurde als erfahrener Sanierungsmanager eingesetzt, ein Gutachten von Price-Waterhouse-Coopers empfahl eine umfassende Restrukturierung mit dem Ziel, das Familienunternehmen wieder profitabel zu machen und neue Eigentümer zu finden. EAE überarbeitete die gesamte Produktpalette und weitete den Direktvertrieb von Modernisierungen für Rotationsdruckanlagen aus und baute in Indien sowie Südamerika einen Vertrieb auf. Zudem wurden neue Geschäftsfelder erschlossen wie mit der Bühnen- und Veranstaltungstechnik.

Zurzeit würden intensive Verhandlungen mit den beteiligten Banken und Investoren geführt, so Ringel: „Es gibt Interessenten, die kurzfristig in das Unternehmen investieren wollen.“

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