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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 23:46 Uhr

Hamberge : E-Highway plus Lärmschutz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kommt der lange versprochene Lärmschutz für Hamberge endlich mit den Oberleitungen für LKW? Kreis und Gemeinde Hamberge wollen eine gemeinsame Lösung ohne langwierige Planfestellung.

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erstellt am 19.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Der E-Highway für Lastwagen auf der A  1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck ist ein Vorzeigeprojekt, das sich das Bundesumweltministerium 14 Millionen Euro kosten lässt. Und weil das ein Projekt der Energiewende ist, soll auch alles ganz schnell gehen: Im Januar wurde die Idee vorgestellt, im Februar wurde in Reinfeld der Förderbescheid überreicht, in einem halben Jahr soll Baubeginn sein, und Ende 2018 die ersten Laster elektrisch rollen.

Die würden dann auch an Hamberge vorbei fahren, wo man seit fast 30 Jahren auf Lärmschutz wartet. Seit dem Ausbau der A  1 anno 1988 hat die Nordstormarner Gemeinde den Anspruch auf Lärmschutz. Nur realisiert wurde er nie, auch nicht, als der Bund 2015 die Mittel bereitstellte. Um den Rechtsanspruch nicht zu verlieren, müsste Hamberge noch in diesem Jahr eine Klage gegen das Land wegen Untätigkeit einreichen, so Bürgermeister Paul-Friedrich Beeck.

Das hatte in Kiel wenig interessiert – bis das Projekt E-Highway virulent wurde. „Dadurch hat das natürlich zusätzliche Brisanz bekommen“, sagt Beeck. Den sowohl Kiel als auch der Kreis Stormarn begrüßen den E-Highway, der durch eine Klage verhindert oder verzögert werden könnte.

Im Mai hatte Kiel vorgeschlagen, sich vertraglich einen zum Bau einer Lärmschutzwand zu verpflichten. Man werde schnellstmöglich ein Planfeststellungsverfahren einleiten. Mit Versprechen wollten sich die Hamberger nach so vielen Jahren aber nicht mehr abspeisen lassen. Der Lärmschutz können auch ohne Planfeststellung zusammen mit den Strommasten gebaut werden, da die Flächen ohnehin dem Bund gehörten.

Eine Sichtweise, die man auch im Kreisbauamt teilt. In einem Gespräch mit dem Amt Nordstormarn, dem Landesbetrieb, dem Verkehrs- und dem Umweltministerium sollten am Montag möglichen Lösungen diskutiert werden. Vorschläge kamen aber nur von Stormarner Seite. „Wir haben argumentiert, dass E-Highway und Lärmschutz eine Maßnahme mit zwei Bauabschnitten sein kann“, so Bauamtsleiter Klaus Kucinski. Eine Planfeststellung benötige man nur für den kleinen südlichen Teil, wo der (ebenfalls lange versprochene) Autobahnanschluss gebaut werden soll.

Ob man diesen Weg in den Kieler Ministerien mitgehen mag, ist unklar. Bürgermeister Beeck („Es waren sehr schwierige Gespräche“) hat sich bis zur morgigen Gemeindevertretung eine Antwort erbeten, ob dieser Lösungsansatz funktionieren könnte. Wenn nicht, „steht die Klage im Raum.“

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