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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 18:10 Uhr

„Durch mehrere Hände“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Max-Bahr-Baumarkt in Bad Oldesloe steht seit Februar leer – Eine Suche nach den Eigentümern

Bundesweit ist neues Leben in die einstigen Max-Bahr-Märkte eingezogen. Zumeist haben dort andere Baumarktketten Quartier bezogen oder Firmen wie Möbelläden nutzen die Räumlichkeiten. „Überall laufen die Märkte wieder, nur in Bad Oldesloe steht Max Bahr leer“, ärgert sich Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS).

Ende Februar hatte die 8000 Quadratmeter große Filiale am B 208-Kreisel im Gewerbegebiet geschlossen. Hagebau und Toom, die wie Bauhaus, und Obi viele Max-Bahr-Märkte übernommen hatten, wurden als möglich neue Betreiber in Bad Oldesloe genannt. Auf Nachfrage erwies sich das allerdings immer als Gerücht. Ebenso wie bei Globus aus Völklingen, die jüngst ins Gespräch gekommen waren. Das erst 1982 gegründete Unternehmen ist im Norden nur in Rostock, Stralsund und Kaltenkirchen vertreten.

Aber auch ohne Toom und Co könnte „Bahr“ Bad Oldesloe schon verkauft sein. „Ich habe bereits den zweiten Interessenten“, sagt Norbert Leinius, „aber niemand weiß, wie er weiterkommt.“ Eine Oldesloer Kanzlei hatte schon vor ein paar Wochen bei der WAS nachgefragt, wer das Grundstück anbietet. Ihm sei mitgeteilt worden, dass der Komplex komplett verkauft sei. Eine Antwort darauf konnte Leinius nicht geben, und die Suche der Kanzlei nach Verkäufer oder Vermieter verlief im Nirwana. Leinius: „Er sagte mir, dass er nur dusselige Antworten bekommen hat.“

Im Kaufvertrag für das Bahr-Grundstück stehen die Oststeinbeker Moor Park GmbH sowie das Tiefbauunternehmen Bethke und Leide aus Langenhagen. Moor Park ist ebenfalls pleite, und vom Insolvenzverwalter heißt es, dass Bahr Bad Oldesloe nie zum Portfolio gehört hätte. Bethke und Leide ist längst kein Eigentümer mehr. „Das ist Schnee von vorgestern“, teilt die Geschäftsführung mit. Das Grundstück sei mittlerweile schon „durch mehrere Hände gegangen.“ Der Insolvenzverwalter von Max Bahr, der zunächst an den Moor Park-Insolvenzverwalter verwiesen hatte, nennt die Estama Real Estate als Verwalter des Vermieters. Der deutsche Ableger eines kanadischen Unternehmens vermakelt zwar bundesweit Shopping-Center und Geschäftshäuser, Max Bahr findet sich aber nicht im Internet-Angebot. Auf Nachfrage bestätigt Vermietungsmanager Frank Pavlovic nur, dass man den Bahr-Markt in Bad Oldesloe anbiete, will aber weder Miet- oder Kaufpreis noch Vermieter oder Verkäufer nennen. Einziges Angebot: Eine Mail schreiben, die er an den Vermieter weiterleiten könne. Eine Antwort ist auch nach drei Wochen nicht eingetrudelt. Weil man auch bei der WAS nicht weiterkam, hat sich Norbert Leinius jetzt über einen Anwalt einen Grundbuchauszug kommen lassen. Eingetragen ist dort die Firma GRI Maba Zwei GmbH. Die residiert nahe dem Münchner Marienplatz, ist telefonisch aber nicht zu erreichen, sondern nur schriftlich über die LaSalle GmbH. Dort bestätigt eine Mitarbeiterin, dass man Eigentümer von Max Bahr in Bad Oldesloe sei, das Objekt sowohl verkaufen als auch vermieten würde und damit die Estama Real Estate beauftragt habe.

Wie LaSalle, deutscher Ableger einer weltweit agierenden US-Immobilienfirma, 2008 in den Besitz von Bahr gekommen ist, kann man sich bei der WAS nicht erklären. Die kreiseigene Gesellschaft hat ein Vorkaufsrecht und hätte gefragt werden müssen – eigentlich. „Wir können uns das nicht erklären. Der WAS ist nie ein Antrag auf eine Verzichtserklärung vorgelegt worden“, sagt WAS-Geschäftsführer Norbert Leinius.

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erstellt am 14.Mai.2014 | 10:42 Uhr

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