Druck von der Gemeinde nehmen

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02. Februar 2016, 13:20 Uhr

Die Gemeindeversammlung der Ev.-Luth. Kirche Ahrensburg hat es offen an den Tag gebracht: Ein tiefer Graben lähmt jegliche Versuche, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Zu tief sitzen immer noch die Wunden aus den Missbrauchsfällen, die 2010 aufgedeckt wurden. Nicht ganz unschuldig daran ist die Nordkirche – die Aufarbeitung des Skandals ist längst nicht abgeschlossen. Viele Beteuerungen, aber wenig Ergebnisse. Und dann soll auch noch eine Kirche verschwinden, der „Gebäudeprozess des Kirchenkreises Hamburg-Ost“ lasse keine andere Wahl, hören die Gemeindeglieder. Die Zahl der Austritte steigt rasant, da ist einer der drei Predigtstandorte einfach überflüssig. Vielleicht sollte die Synode, die im April tagen wird, den Ahrensburgern erst einmal eine Chance geben und den Druck der möglichen Entwidmung von St. Johannes vom Tisch nehmen. Eine Baustelle weniger, das könnte Ruhe und sachliche Diskussionen bringen. Aber auch die Kirchengemeinde muss sich selbst eine Chance geben. Engagement ja, Emotionen nein. Ganz im Sinne einer christlichen Gemeindearbeit.

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