Siek : Drohnenschlacht der Bienenvölker

Marc Lodders zeigt ein Rähmchen mit einigen Bienen, geschützt mit Schutzanzug und Smooker.
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Marc Lodders zeigt ein Rähmchen mit einigen Bienen, geschützt mit Schutzanzug und Smooker.

Imker Marc Lodders aus Siek entdeckte sein Hobby einst bei einem Kursus des Bienenlehr- und -schaugartens Ahrensburg.

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29. Juli 2014, 12:03 Uhr

Marc Lodders, Hobby-Imker aus Siek, hofft noch auf eine kleine Sommerernte bei seinen 35 Bienenvölkern. „Weil es im Juni noch mal zwei Wochen kalt war, hat die Linde nicht gesaftet. Vielleicht kommt das jetzt noch und auch der Klee kann noch blühen, dann kann ich noch mal Honig schleudern“, berichtet der 35-Jährige. Nach 18 Uhr, wenn seine beiden Töchter Skrollan (1) und Tjorven (2) schlafen, ist ein bis zwei Stunden Honigschleudern dran, oft mit Unterstützung seiner Frau mit passendem Namen: Imke.

Die Bienen sind auf fünf Standorte verteilt, einige auf der gepachteten Wiese, wo auch die Isländerponys des naturverbundenen Mannes stehen. Etwa 20 Wirtschaftsvölker bringen etwa 30 bis 40 Kilo Honig pro Volk, die anderen 15 Völker sind Ableger. Wenn Lodders den Stock kontrolliert, schützt er sich mit Anzug, Handschuhe und Smooker, denn er hat eine Allergie gegen Bienenstiche entwickelt.

Aber obwohl es summt und brummt und die Bienen das gute Wetter augenscheinlich auch für einen Ausflug ins Freie nutzen, bleibt der Familienvater ganz ruhig und kontrolliert die Rähmchen mit den Wachsplatten, schaut nach sichtbaren Krankheiten und kontrolliert das Gewicht der Völker. „Bald steht die Drohnenschlacht an“, berichtet er. Dann schmeißen die weiblichen Bienen die Männer raus, weil sie zum Überwintern nicht gebraucht werden. Nächstes Jahr suchen die Bienen sich dann Neue. Krankheiten wie die Faulbrut und die Varoamilbe machen den Imkern zu schaffen. Werden sie nicht entdeckt, können sie ganze Völker hinraffen.

Beruflich ist Lodders bei der Kreisfeuerwehrzentrale angestellt, und auch privat ist er Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Siek. Gibt es irgendwo Probleme mit einem Bienenschwarm, wird er gern gerufen, wie kürzlich beim Lidl-Lager. Dort hatte sich eine Königin nieder gelassen und einen ganzen Schwarm mitgenommen, der auch großen Lärm machte.

„Meistens kann man die Bienen mit einem Besen einfach in eine spezielle Transportkiste fegen“, erzählt Lodders, der schon öfter Schwärme eingefangen hat. Die Imker freuen sich, wenn sie gerufen werden, anstatt dass die Bienen getötet werden. „Viele Menschen wissen nicht, wie wichtig die Bienen für die Natur sind“, beklagt Lodders, der selbst durch einen Kursus des Bienengartens Ahrensburg vor acht Jahren zur Imkerei kam. Den Kursus empfiehlt er auch Leuten, die nicht unbedingt imkern wollen, denn man lerne viel über die Zusammenhänge in der Natur. Ohne die Bestäubungsleistung beim Nektar gäbe es keine Nutz- und Wildpflanzen, von denen 80 Prozent auf die Bestäubung angewiesen sind. Auch auf viele Obstsorten müssten wir verzichten. Klimawandel, Krankheiten und falsch verwendetes Spritzmittel von Hobbygärtnern verändere den Lebensraum der Bienen.

Tipps bekam Lodders von seinem Großonkel, auch Imker, dann fing er klein mit zwei Völkern an. Von Mai bis Juni ist täglich was zu tun, im Winter ist es ruhiger. „Bei guter Koordination ist das zu schaffen. Und ich bin gern bei den Tieren, man kann sich Zeit lassen und sieht die Natur mit anderen Augen“, so Lodders. Er möchte lieber selbst etwas für die Natur tun, anstatt nur irgendwo zu spenden. Lodders schwört zudem auf die Heilungskraft von Bienenwachskompressen, zum Beispiel bei Neurodermitis und Erkältungen sowie der Propolistinktur bei Allergien.



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