Neue Technik im Oldesloer Oho-Kino : Dritte Dimension hält Einzug

Arbeitsplatz Kino:  Techniker David Maslov justiert die neue 3-D-Anlage.
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Arbeitsplatz Kino: Techniker David Maslov justiert die neue 3-D-Anlage.

Technik-Umrüstung abgeschlossen: Oldesloer Kino startet heute mit ersten 3-D-Vorführungen. Damit steigen auch die Preise und das Programm wird sich ändern.

Andreas Olbertz. von
28. November 2013, 06:00 Uhr

Heinz Wittern bekommt das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. „Boah, ist das klasse!“, freut sich der Kinobetreiber. Zusammen mit den Digital-Kinotechnikern ist er der erste, der eine 3-D-Vorführung im Oho-Kino ansieht – Trailer und Werbesports, aber die begeistern schon.

Vor einigen Wochen hat die langersehnte Digitaltechnik im Oldesloer Kino Einzug gehalten. Die alten Filmprojektoren wurden durch modernste Beamer ersetzt. Theoretisch sind seitdem schon 3-D-Vorführungen möglich. Praktisch scheiterte es an Leinwänden, die nicht lieferbar waren.

Für 3-D-Filmvorführungen wird eine spezielle Polarisationsfolie vor den Projektor geschoben. Die schluckt Licht. Obendrein müssen die Zuschauer spezielle Brillen tragen – auch damit geht Helligkeit verloren. Das kann nur mit silbrig beschichteten Leinwänden, die besonders stark reflektieren, kompensiert werden. Gestern wurden die neuen Leinwände montiert. Ab heute kommt das Kinopublikum in den Genuss der neuen Technik. „Eiskönigin wird der erste Film, den wir in 3-D zeigen“, verrät Heinz Wittern.

Bis es soweit ist, muss Techniker David Maslov die Anlage noch justieren. Mit einem Laptop sitzt er mitten im Kino. Auf die Sessellehne vor sich hat er ein spezielles Messgerät gesteckt. „Können wir mal bitte die Tür zumachen und die Lampen ausschalten, damit kein Fremdlicht reinkommt“, fordert er. Alle Farben, die Bildhelligkeit und die Größe werden exakt eingestellt. Abweichungen wird es zukünftig nicht mehr geben. „Wir sind zertifiziert“, erklärt Heinz Wittern stolz. Nur Kinos, die diese Bescheinigung vorweisen können, werden noch mit Filmen der allerneusten Technik beliefert. Es gibt Blockbuster, die mit einer höheren Bildrate als den üblichen 24 Bildern gefilmt wurden. Das Resultat sind noch schärfere Bilder. Dafür müssen aber auch unglaublich große Datenmengen verarbeitet werden – das kann nicht jede Anlage problemlos. Das Oho-Kino spielt zukünftig in der ersten Liga mit. Die Filme werden auf Festplatte geliefert. Heinz Wittern erklärt: „Da ist alles drauf: 2-D, 3-D englischer Ton, deutscher Ton, Untertitel ...“ Ein spezieller digitaler Schlüssel schalte die jeweils gebuchte Version auf einem vorher festzulegenden Projektor zu einer bestimmte Zeit frei.

Mit der neuen Technik gehen auch einige inhaltliche Veränderungen einher. Montag bis Mittwoch sind jetzt Kinotage. Da kostet der normale Eintritt 5,60 Euro (ermäßigt 5,40). Von Donnerstag bis Sonntag sind es normal 7,80 Euro. Hinzu kommen Zuschläge bei Überlänge (0,50 bis 1 Euro) und 3-D (2,50). Die benötigte Brille kostet 1 Euro und kann mehrfach genutzt werden. „Das ist ein berechtigter, aber stolzer Preis, den wir haben müssen“, findet Heinz Wittern, aber mit Verweis auf die Kinotage ist er überzeugt: „Es soll nicht am Geld scheitern.“ Nicht jeder Film soll ausschließlich in 3-D gezeigt werden.

Der Kino-Chef registriert eine verstärkte Nachfrage nach anspruchsvolleren Filmen, die er zukünftig erfüllen will. „Wer Vorschläge für besondere Reihen hat, darf mir gerne eine Mail schicken an info@oho-kino.den. Was gibt der Markt her, was wird hier gewünscht? Das muss ich zusammen bringen“, so der Unternehmer.

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