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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 19:10 Uhr

Drei Verbände, eine Geschäftsstelle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wasser- und Bodenverbände machen im Elmenhorster Ortsteil Fischbek gemeinsame Sache

Im Elmenhorster Ortsteil Fischbek, in der Bargteheider Straße 14 laufen bei Annett Behrens die Fäden zusammen: Drei Wasser- und Bodenverbände betreiben jetzt eine gemeinsame Geschäftsstelle. Das Büro ist dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, Tel. (04532) 44545. Der Verband für die Norderbeste ist dort bereits seit drei Jahren vertreten. Hinzu kommen jetzt die Verbände für die Trave und die Süderbeste.

Die beiden Gremien haben sich für diese Zusammenarbeit entschieden, um Verwaltungskosten zu sparen. „Die Einsparungen sind erheblich“, sagt Günter Bock, Vorsteher des Verbands Trave. Dadurch fielen zwar einige Stellen weg, die Mitarbeiter würden aber anderweitig eingesetzt. Aufgabe der Verbände ist die Pflege der Wasserläufe in ihrem Gebiet. „Das Wichtigste ist, den Abfluss zu sichern“, sagt Bock. Dabei werde schonend mit der Natur umgegangen: „Wir gehen nicht tief mit der Baggerschaufel hinein, sondern benutzen einen Mähkorb.“

Insgesamt betreuen die Verbände ein Gebiet von knapp 30  000 Hektar mit mehr als 11  000 Einwohnern, die Grundeigentum besitzen. Die Verbände sind für alle Gewässer zweiter Ordnung zuständig. Für die Unterhaltung von Gewässern erster Ordnung wie die Trave und ihre Zuflüsse bleibt das Land verantwortlich, hat die Aufgabe aber übertragen.

Für die Unterhaltung sind die Verbandsmitarbeiter auf freien Zugang zu den Gewässern angewiesen. Deshalb gilt beiderseits von Gräben oder Rohrleitungen ein sechs Meter breiter Schutzstreifen, auf dem nicht gebaut werden darf. Tief wurzelnde Gehölze dürfen dort nicht gepflanzt werden.

Auch weil die EU die zu Nitratbelastung des Grundwassers kritisiert, will das Land den Düngereintrag reduzieren. Geplant ist ein zehn Meter breiter Randstreifen an Gewässern, der nur noch extensiv bewirtschaftet werden soll. Das soll auf mindestens 50 Prozent der Flächen erreicht werden.
„Wir gehen da jetzt verstärkt ran und vermitteln zwischen dem Land, dem Bauernverband und den Eigentümern“, sagt Gustav Stoffers.

Der Verband habe durch seine Kataster einen guten Überblick und den Zugang. Die Grundeigentümer könnten die Streifen an den Verband oder die Stiftung verkaufen oder sich freiwillig verpflichten, sie nicht zu düngen. „Das muss grundbuchlich abgesichert werden“, erklärt Bock, „dafür gibt es dann eine Entschädigung.“ Am Vorranggewässer Pulverbek habe sich da schon einiges getan. „Wir haben dort bereits viele extensiv bewirtschaftete Flächen“, sagt Bock.

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