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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:53 Uhr

Drei Stämme erinnern an Rust

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seniorenbeirat reaktiviert Wanderweg durch das Tunneltal /Schautafeln informieren über Geologie, Archäologie und Naturkunde

Drei Ahorn-Stämmchen zieren jetzt die Wiese zwischen Aalfangschule und dem Ahrensburger U-Bahnhof Ost. Es sind Repliken eines historischen Fundes, den der Archäologe Alfred Rust in der Nähe machte.

Beim Bau eines Entwässerungsgrabens entdeckte er 1941 ähnliche Stämme, die Spuren menschlicher Bearbeitung aufwiesen. Rust definierte ihn als Götzenfigur aus der Jung-Steinzeit, die etwa 6000 Jahre alt ist. Unter einer Torfschicht konserviert überstand sie die Jahrtausende. Später wurden bei einer Nachgrabung zwei weitere Stämme gefunden.

Das hölzerne Trio ist Dekoration für ein wichtigeres Projekt. Auf Initiative des Seniorenbeirats wurde der nach Rust benannte Wanderweg durchs Tunneltal neu beschildert. An den interessantesten Stellen stehen insgesamt 14 neue Infotafeln. „Es wurden Tafeln zur Geologie, Naturkunde und Archäologie aufgestellt“, sagt Mitinitiator Jürgen Plage.

Der acht Kilometer lange Weg ist zudem in zwei etwa gleich lange Teilabschnitte aufgeteilt, die seniorengerecht auch separat bewanderbar sind. „Wir möchten den Weg in Zukunft auch barrierefrei umgestalten, sodass auch Rollstuhlfahrer ihn benutzen können“, so Plage. Er hofft, dafür noch Mittel einzuwerben.

Die Hauptinformationstafel zum Tunneltal steht am U-Bahnhof Ost, einem von vier Startpunkten für die Wanderer. Auch an der Fußgängerbrücke über die Bahn beim U-Bahnhof West, an der Ecke Flieder- und Reiterweg und am Waldparkplatz Hagener Allee kann ein Rundgang starten. Die Wegstrecke endet am Bahnübergang Brauner Hirsch. Ein Teilstück führt über den Moorwanderweg, der noch auf seine Wiederherstellung wartet. Eine besondere Sehenswürdigkeit unterwegs sind die Reste der mittelalterlichen Burg Arnesvelde, die der Stadt ihren Namen gab.

Die drei Stelen hat Tischler Thorsten Ditschun vom Bauhof aus Ahornholz angefertigt. „Im Erdreich sind sie geflammt, um sie vor schneller Verwitterung zu schützen“, erklärt Jan Richter vom Fachdienst Umwelt, der ebenfalls maßgeblich am Projekt beteiligt war.
Plage hofft, dass der Wanderweg weitere Touristen anziehen wird. Er hat kürzlich die Ausgrabungen von Alfred Rust im neuen Berliner Museum für Früh- und Vorgeschichte besichtigt. Rust entdeckte viele Spuren der eiszeitlichen Rentierjäger im Tunneltal, die mit etwa 11 500 Jahren noch deutlich älter als die Götzen sind. „Sie stehen für die Ahrensburger Kultur“, sagt er, „das ist ein zweites Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt.“

Sein Wunsch ist auch, dass Schüler die Patenschaft für die Stelen übernehmen, um sie vor Vandalismus zu schützen. Bürgermeister Michael Sarach sichert Unterstützung dabei zu: „Im Tunneltal ist eine der Keimzellen der Stadt, das passt gut ins Jubiläumsjahr.“





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