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Grosseinsatz für die Feuerwehr : Drei Feuer bei Lauenburg: Schießstand und Strohlager brennen

vom

Die Feuerwehr in Lauenburg hat viel zu tun. Erst brannte ein Strohlager, dann ein Schießstand und am Montag Strohballen. Die Polizei ermittelt.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2015 | 09:55 Uhr

Lauenburg | Vor den Toren der Stadt Lauenburg scheint ein Brandstifter sein Unwesen zu treiben: Am Sonnabend mussten zahlreiche Feuerwehrleute gleich zwei Großbrände bekämpfen. Erst stand gegen 1.50 Uhr ein Strohlager an der Bundesstraße 209 zwischen Lauenburg und Krüzen in Flammen. Gegen 21 Uhr brannte dann der Schießstand im Wald zwischen Lauenburg und Schnakenbek an der Bundesstraße 5. In beiden Fällen ist Brandstiftung wahrscheinlich, die Lauenburger Polizei ermittelt.

„Durch die räumliche Nähe der beiden Einsatzstellen kann man natürlich einen Zusammenhang sehen, aber bewiesen ist das noch nicht“, berichtete Schnakenbeks Wehrführer Gerhard Bielenberg. Seine Mannschaft war besonders gefordert. Erst pumpten sie in der Nacht stundenlang das Löschwasser zu den 200 brennenden Strohrundballen in Höhe der Ziegelei an der B209, dann mussten sie selbst beim Löschen am Schießstand aktiv werden.

„Von alleine sind die Rundballen sicher nicht in Flammen aufgegangen, die lagen hier schon gut ein Jahr“, sagte Ralf Kornetzke aus Krüzen, dem das Lager gehörte. Er wollte damit im Winter die Ställe seiner Pferde einstreuen. „Zum Glück sind die Pferde trotz des Feuers ruhig geblieben“, sagte er. Das Strohlager brannte direkt an der Koppel der zehn Tiere. Kornetzke: „Ich muss jetzt zusehen, dass ich noch neue Strohballen bekommen. Eigentlich ist die Ernte ja durch.“ Er schätzt allein den Schaden am Stroh auf 4000 Euro, dazu kommt ein teurer Abdeckflies, der ebenfalls verbrannte.

Weil sich das gepresste Stroh nur schwer löschen ließ, mussten die etwa 100 Feuerwehrleute aus Lauenburg, Krüzen, Schnakenbek, Buchhorst, Lütau, Wangelau und Juliusburg bis zum Vormittag die in drei Lagen gestapelten Rundballen mit Hilfe von Traktoren auseinander ziehen, um alles ablöschen zu können. Zwei je mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen wurden von zwei Hydranten zur Einsatzstelle verlegt, um einen Wasserwerfer und zahlreiche Strahlrohre mit Löschwasser versorgen zu können. Die Versorgungsgruppe des DRK Schwarzenbek brachte den Rettern morgens ein Frühstück.

Schon gegen 21 Uhr waren die Feuerwehrleute aus Schnakenbek, Lauenburg und Krüzen dann erneut gefordert. Über unwegsame Waldwege mussten sie sich den Weg zum Schießstand bahnen. Bielenberg: „Als wir am Einsatzort waren, stand das aus Holz und Trapezblech errichtete Bauwerk mit dem Kugelfang und den Schießzielen lichterloh in Flammen.“ Er forderte sofort Lauenburgs Wehr zur Unterstützung an. „Wir haben im Pendelverkehr mit unseren Wasser führenden Fahrzeugen das nötige Wasser herangeschafft und dabei auch unsere ‚Oma’, unser Tanklöschfahrzeug von 1958 eingesetzt“, sagte Lauenburgs Wehrführer Lars Heuer.

Der Schnakenbeker Feuerwehrmann Sebastian Porthun, der als einer der ersten an der Brandstelle im Wald vor Ort war, trat noch am Clubhaus des Schießstandes eine zweite Brandstelle mit den Stiefeln aus, ehe die Flammen dort weiteren Schaden anrichten konnten.

Am frühen Montagmorgen brannte es erneut im Raum Lauenburg: Diesmal standen Strohballen auf einem Feld bei Basedow in Flammen.

Am Montagmorgen gegen 4.30 Uhr meldeten Autofahrer einen Feuerschein auf einem Feldweg zwsichen Basedow und Lütau. Sofort schickte die Leitstelle die Feuerwehren aus Basedow und Buchhorst zur Einsatzstelle. Glück diesmal: Die Rundballen waren nicht aufgestapelt, so wie in der Nacht zum Sonnabend bei Krüzen, sie lagen in einer Reihe. Deshalb konnten die Feuerwehrleute eine Schneise in das Lager schlagen und verhindern, dass die gesamten Erntevorräte verbrannten.

Feuerwehrleute löschen auf einem Feld bei Basedow brennende Strohballen.
Feuerwehrleute löschen auf einem Feld bei Basedow brennende Strohballen. Foto: Timo Jann

Mit mehreren Strahlrohren löschten die Feuerwehrleute die Flammen. Die Ballen mussten mühsam auseinandergezogen werden, um auch im Inneren der gepressten Ballen alle Glutnester ablöschen zu können.

In Lauenburg hatte es zuletzt 2013 eine große Brandserie gegeben. Schließlich nahm die Polizei Jörg K. (45) am Büchsenschinken fest, er wurde vom Amtsgericht zur Behandlung in der Entzugsklinik und anschließender Haft verurteilt. K. nahm sich das Leben.

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