Ahrensburg : Drei Einrichtungen – ein Ziel: Sterben in Würde

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, von links: Anke Brammer (Hermann-Jülich-Werkgemeinschaft), Iris Brehmes (alsterdorf assistenz) und Claudia Sonntag (stormarner wege) ganz rechts Sabine Schaefer-Kehnert (Hospizverein). Dahinter stehend Projektbegleiterin Ramona Bruhn-Tobler und Marian van der Maten (Hospizverein Ahrensburg).
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Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, von links: Anke Brammer (Hermann-Jülich-Werkgemeinschaft), Iris Brehmes (alsterdorf assistenz) und Claudia Sonntag (stormarner wege) ganz rechts Sabine Schaefer-Kehnert (Hospizverein). Dahinter stehend Projektbegleiterin Ramona Bruhn-Tobler und Marian van der Maten (Hospizverein Ahrensburg).

Der Hospizverein unterzeichnet einen Kooperationsvertrag mit Pflegeeinrichtungen.

shz.de von
17. Januar 2018, 06:00 Uhr

Sterben in Würde – möglichst in der vertrauten Umgebung. Für viele Menschen mit Behinderung, die in Pflegeeinrichtungen leben, geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. „Aus Mangel an Erfahrung in einer Palliativ-Care-Versorgung und Mangel an hospizlicher Hilfe mussten Bewohner häufig am Lebensende in Krankenhäuser verlegt werden“, sagte Marian van der Maten, Vorstand Hospiz Ahrensburg bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit drei Wohneinrichtungen.

Ziel dieser Kooperation ist, dass die Bewohner dieser Einrichtungen bis zu ihrem Tod in den Pflegeheimen – die letztlich ihr Zuhause waren – bleiben können. Beteiligt sind das „Haus Gartenholz“ der „stormarner wege“, das Wohnhaus Ahrensburg der „alsterdorf assistenz Ost“ und das Haus „Apfelstern“ der Hermann-Jülich- Werkgemeinschaft in Hamfelde.

Möglich wurde dieses Projekt, das die Ausbildung der Mitarbeiter in Palliativ Care Versorgung, die Ausbildung der Hospizmitarbeiter in der Sterbe- und Trauerbegleitung von Menschen mit Behinderungen, die Supervision und Begleitung beider Gruppen sowie der Aufbau eines Netzerkes umfasst, durch die NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“.

Rund drei Millionen Euro für die Hospiz- und Palliativarbeit im Norden kamen zusammen, davon erhielt der Hospizverein Ahrensburg rund 43 000 Euro. „Ohne diese Förderung wäre das Projekt, das schon länger in der Schublade lag, nicht möglich geworden“, betonte Marian van der Maten. Im Sommer vergangenen Jahres Jahres hatte der Deutsche Hospiz- und Palliativverband den Ahrensburger Antrag bewilligt. Die Projektbegleitung übernimmt die Diplom-Reha-Pädagogin Ramona Bruhn Tobler aus Hamburg. Zu den geplanten Aktivitäten gehört auch der Aufbau eines Palliativ-Netzwerks zwischen den drei Häusern zum Austausch der eigenen Erfahrungen und Ideen sowie zur Klärung praktischer Fragen, die in der Zusammenarbeit mit Ärzten, Betreuern und dem Hospizverein entstehen.

„Wir suchen dringend Ärzte zur Betreuung, nicht jeder Arzt ist den Umgang mit behinderten Menschen gewohnt“, sagte Sabine Schaefer-Kehnert vom Hospizverein Ahensburg. „Wir könnten noch einen vierten Partner mit ins Boot nehmen, mit der Lebenshilfe habe ich bereits Gespräche geführt“, erklärte Schaefer-Kehnert.




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