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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 14:10 Uhr

Drei Direktmandate für Grün

vom

In vielen Stormarner Gemeinden gab es Umbrüche / Der neue Kreistag hat 53 Abgeordnete

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Der neue Stormarner Kreistag hat 53 Abgeordnete. Weil die CDU 22 von 25 Wahlkreisen gewonnen hat, ihr mit 41,1 Prozent aber nur 21 Abgeordnete zustehen würden, gibt es für das Übergangmandat der CDU drei Ausgleichsmandate für die anderen. Davon profitierten nicht nur SPD und Grüne, sondern auch das Forum 21. Die Reinbeker Gruppierung hat mit 2,9 Prozent marginal mehr als die Linken (2,7) geholt. Nach der so genannten Höchstzahl-Berechnung, bei der die Stimmen immer weiter dividiert werden, kam für das Forum 1732 raus, für Linke 1653.

Damit sind CDU (22) und FDP (3) im Kreistag mit SPD (16) und Grünen (9) stimmengleich. Den Ausschlag könnten also die beiden Forums-Abgeordneten sowie die Linke Heidi Beutin geben. Während Linke und FDP verloren haben, konnten die Grünen ihren Stimmenanteil weiter ausbauen. "Wir sind der erfolgreichste Kreis im Land", jubelt Kreis-Geschäftsführer Hartmut Jokisch, "nicht einmal die Universitätsstädte Flensburg und Lübeck können uns toppen. Nur die Uni-Stadt Kiel liegt vor uns." Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit.

Vor fünf Jahren waren die Stormarner mit 13 Prozent der grünste Kreis, nur Kiel hatte mehr (16,6). Dieses Mal stehen die Grünen im Herzogtum Lauenburg und in Lübeck genauso gut da wie in Stormarn. Der Kieler Vorsprung ist 17,6 Prozent geringer geworden.

Was noch wichtiger ist: Die Stormarner Grünen haben "erstmals drei Direktmandate gewonnen", so Jokisch. In Reinbek war Anke Wiener erfolgreich, in Oldesloe war Michaela Dämmrich sieben Stimmen besser als Norbert Laß (CDU). Eindeutiger war der Vorsprung von Jörg Hansen in Ahrensburg. 59,6 Prozent holte er im Wahlbezirk Haus der Natur. Das gabs noch nie in Stormarn.

Da es in Wulfsdorf nur 669 Wahlberechtigte gibt, fiel die Entscheidung über das Direktmandat aber auch im Bezirk Selma-Lagerlöf-Schule II mit 1119 Wahlberechtigten. Dort bekam Hansen zwar nur 66 Stimmen, aber da die Wahlbeteiligung gering war, holten CDU (146) und SPD (130) nicht so viel mehr, dass sie Hansens Vorsprung wett machen konnten. In der Summe kam der grüne Bauausschusschef auf 230 Stimmen, Nadine Levenhagen (CDU) auf 188. Für den langjährigen SPD-Stadtverordneten Rolf Griesenberg blieb mit 177 Stimmen nur der 3. Eine Riesen-Überraschung gab es auch in Heidekamp. Die CDU von Bürgermeister CDU-Landesgeschäftsführer Sven Müller stürzte von 52,7 auf 36 Prozent ab. Den nächsten Bürgermeister wird die KWV stellen (64 %). Ähnlich desas trös lief es für die CDU in Braak, wo Bürgermeister Ortwin Jahnke nicht wieder angetreten war. Seine CDU brach um gut zehn Punkte auf 42 Prozent ein, die BBV legte um zehn Punkte auf 35,7 Prozent zu. Die ADB verlor mit 22,3 Prozent leicht.

In Witzhave stürzte die CDU sogar von 50,2 auf 21,7 Prozent ab. Die SPD war gar nicht mehr angetreten, sackte also von 49,8 auf 0 Prozent. Die Richtung geben dort nun die neuen Wählergemeinschaften WGW (67,1) und BuWi (32,9 Prozent) vor.

Andersum ist es in Stapelfeld und Grönwohld, wo die CDU zu Lasten von Wählergemeinschaften zulegen konnte. In Stapelfeld büßte die WGS ihren dicken Vorsprung von 60,7 Prozent ein und kommt nur noch auf 45,2. Die CDU verbesserte sich von 23 auf 31,1, die SPD von 16 auf 23,6. In Grönwohld baute die CDU ihre Mehrheit um zehn Punkte auf 61,9 Prozent aus. Noch viel mehr waren es in Lütjensee. 76,2 Prozent holte die Partei von Bürgermeisterin Ulrike Stentzler. Das ist etwas weniger als 2008, dennoch super. Für die SPD mit Landtagsabgeordneten Tobias von Pein blieben 23,8 Prozent. Ein Traumergebnis hatte es 2008 auch in Siek gegeben: Für die FDP, die auf knapp 28 Prozent gekommen war. Das ließ sich nicht wiederholen. Mit neun Prozent stehen die Freidemokraten zwar besser das als im Durchschnitt, haben aber fast 20 Punkte verloren. Wovon CDU (48 Prozent) und SPD (43 Prozent) gleichermaßen profitierten.

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