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Bad Oldesloe : Doppel-Patt – kein Geld für Kampagne

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die 25 000 Euro für Stadtmarketing, die die Agentur prodibra beantragt hatte, wurden vom Hauptausschuss nicht freigegeben.

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erstellt am 14.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Blumentaschen, rote Sterne, Fähnchenketten, Fotoshootings in der Innenstadt – Nicole Brandstetter und Angela Dittmar haben als Agentur prodibra einiges für ein positives Einkaufserlebnis in Bad Oldesloe angestoßen. 84 Kaufleute aus der Innenstadt aber auch der Peripherie, Kleinunternehmer wie auch große Betrieben beteiligen sich zurzeit an der Kampagne „Ich bin für einkaufen in Bad Oldesloe“. Eine grobe Aufstellung bereits durchgeführter und noch geplanter Aktivitäten seitens der Agentur besagt, dass sich das Kostenvolumen auf 75000 Euro beläuft. Bei der Stadt beantragte prodibra dafür einen Zuschuss von 25000 Euro.

Bürgermeister Jörg Lembke machte deutlich, dass Klärungsbedarf bestanden habe, wie denn zu fördern sei. Vergaberecht komme an der Stelle nicht zum Tragen – prodibra sei kein Auftragnehmer der Stadt.  Anzuwenden sei vielmehr die Förderrichtlinie.  Ein klar geregeltes Verfahren.

„Es geht nicht darum, Geld in die Kassen der Geschäftsleute  zu bringen“, skizzierte Nicole Brandstetter grob das Ziel der Kampagne: „Wir müssen das Image verbessern, um den Standort zu sichern.“ Holger Mahlke, einer der Kampagnen-Partner, machte deutlich, dass es sich eigentlich nicht um einen Antrag von prodibra handele, sondern um einen von 84 Kaufleuten. „Als Unternehmer spürt man, was der Innenstadt gut tut“, erklärte er: „Wir sind es gewohnt, unser Investment zu hinterfragen.“ In der Kürze der Zeit sei es noch nicht möglich gewesen, einen Verein zu gründen. Mahlke: „Für die Zukunft müssen wir uns systematisch Gedanken über Stadtmarketing machen.“

An der Kampagne an sich gab es keine Kritik seitens der Politik. Im Gegenteil. „Das ist der bislang professionellste Versuch der Attraktivierung“, lobte beispielsweise Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Ein paar kritische Nachfragen kamen von Hendrik Holtz (Linke). So musste Nicole Brandstetter zugeben, dass drei Unternehmen avisiert hätten, die Kampagne verlassen zu wollen. Aber auch Holtz gestand ein: „Wir hatten noch nie ein besseres Konzept.“

Und warum wird der Zuschuss dann nicht bewilligt? Die Politiker sind sich schlicht über das Verfahren uneinig.  Während CDU und FBO die Prüfung des Antrags der Verwaltung überlassen wollen und für eine Auszahlung plädierten, forderten SPD, Grüne und Linke die Vorlage der vollständigen Antragsunterlagen. „Das würde gegenüber allen anderen, die für weit geringere Summen im Ausschuss seziert werden, nicht gut aussehen“, so Hendrik Holtz.

Da keiner der beiden Anträge eine Mehrheit bekam,  wurde das Geld nicht freigegeben.  Im Hauptausschuss hieß es verwaltungsseitig, dann entscheide die Stadtverordnetenversammlung. Doch gestern Abend strich Bürgermeister Jörg Lembke überraschend den Antrag von der Tagesordnung. Die Mittel waren mit einem Sperrvermerk versehen worden, den der Hauptausschuss aufheben soll. Doch genau dafür gab es keine Mehrheit. „In die Beratungsfolge die Stadtverordnetenversammlung aufzunehmen, war in der Sache falsch“, teilte Bürgermeister Lembke den Fraktionen mit.

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