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Neue Gleichstellungsbeauftragte : Doktorin mit vier Kindern

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Kreistag hat nach 40-minütiger Diskussion hinter verschlossenen Türen die Stelle besetzt. Dr. Sophie Olbrich tritt die Nachfolge von Kirste Kruse-Gobrecht an.

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erstellt am 17.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Was die Kreistagsabgeordneten hinter verschlossenen Türen beredeten und wie sie abstimmten, tat Kreispräsident Hans-Werner Harmuth nicht kund, nachdem die Öffentlichkeit wieder hereingebeten worden war. Aber immerhin: Der Kreis Stormarn hat sich für eine neue Gleichstellungsbeauftragte entschieden. Dr. Sophie Olbrich wird das Amt übernehmen, vermutlich am 1. März 2017.

Wie groß die Mehrheit für sie war und welche Fraktion wie abgestimmt hatte, sagte der Kreispräsident nicht. Im Hauptauschuss am Mittwoch hatten sich die beiden verbliebenen Kandidatinnen erstmals der Politik vorgestellt. Die Abstimmung ergab aber ein Patt – also keine Empfehlung für den Kreistag. So mussten die beiden Damen (und die Fraktionen) gestern noch mal ran.

Mit der Entscheidung für Sophie Olbrich hat sich der Kreistag für die jüngere der beiden Kandidatinnen ausgesprochen. Die 36-Jährige kommt gebürtig aus Dresden, ist verheiratet und vierfache Mutter. Vor fünf Monaten hat sie Zwillinge bekommen, ebenso Jungs wie der Fünf- und der Zweijährige. Ihre ersten beiden Kinder kamen in Berlin zur Welt, wo sie Soziologie studiert und im Bundestag sowie an der Humboldt-Universität gearbeitet hat.

Stormarn kennt die neue Gleichstellungsbeauftragte bereits von früher, weil in Tangedt und Bargteheide Eltern und Verwandte von ihr leben. Direkt nach der Wende 1989 war sie nach Wilstedt gezogen, machte ihr Abitur in Hamburg und ging dann zum Studium zunächst nach Konstanz.

Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrer Familie im Bezirk Harburg, wo sie auch bleiben will. Schließlich sei in Berlin ein Arbeitsweg von einer Stunde „ganz normal“. Dass es sich bei der Stormarner GB-Stelle um einen Halbtagsjob handelt, stört sie nicht, sondern sei bei vier Kindern „einfach perfekt“. „Ich freue mich, wieder arbeiten zu können, und mein Man freut sich, zu Hause bei den Kindern bleiben zu können“, sagt Sophie Olbrich. Was passt, hat sie ihre Doktorarbeit doch zu Beruf und Vaterschaft geschrieben. „Das Thema lässt mich nicht mehr los“, sagt sie und will es auch zu einem Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in Stormarn machen.

Noch arbeitet die 36-Jährige in der Flüchtlingshilfe in Hamburg, bringt aus ihrer Studienzeit aber auch Erfahrung aus Gleichstellungsarbeit mit. „Ich freue mich auf die Praxis in Stormarn und habe das Gefühl, dass man hier wirklich was bewegen kann. Und von meiner Vorgängerin wurde ja auch schon einiges auf den Weg gebracht.“

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