zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Diskussion um Marketing: Stimmung verbessert – trotzdem weniger Kunden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kampagne „Einkaufen in Bad Oldesloe“ soll notfalls auch ohne Stadtzuschuss fortgeführt werden. Allerdings in geringerem Umfang. Kritiker melden sich zu Wort

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 16.Dez.2016 | 06:00 Uhr

25  000 Euro Zuschuss (netto) für die Marketing-Kampagne Einkaufen in Bad Oldesloe – das wollten Nicole Brandstetter und Angela Dittmar (prodibra) von der Stadt haben. Geld steht im Haushalt bereit, es gab durchaus Lob von vielen Seiten – aber der Sperrvermerk wurde trotzdem nicht aufgehoben. Es gab zwei Anträge, zwei Mal patt, also alles abgelehnt, kein Geld (wir berichteten).

„Wir machen trotzdem weiter“, stellt Nicole Brandstetter im Nachgang der Hauptausschusssitzung klar. Der Umfang der Kampagne hänge natürlich von den zur Verfügung stehenden Mitteln ab. „Das können wir jetzt nicht vollumfänglich im gewünschten Maß machen“, so Brandstetter. Die Auflage eines für Januar geplanten Coupon-Hefts werde kleiner ausfallen, zusätzliche Blumentaschen können nicht angeschafft werden, skizziert sie die nötigen Sparmaßnahmen.

Hörgeräte-Spezialist Holger Mahlke ist einer von gut 80 Kaufleuten, die die Kampagne unterstützen. Die Schließung des Kaufhauses M&H habe ihn damals 25 Prozent seines Umsatzes gekostet. Ein Teil der Kundschaft hatte den Anreiz verloren, für Erledigungen in die Innenstadt zu kommen und bei der Gelegenheit auch gleich das Hörgerät warten zu lassen. „Das Image wurde immer schlechter“, sagt Mahlke, es gab zunehmend Leerstand. Mit Rohde habe die Innenstadt wieder einen Magneten gewonnen. Die Einkaufskampagne sei „wenigstens mal ein Ansatz“.

Katrin von Hinüber ist von dem Weg überzeugt. „Man merkt an der Stimmung der Kunden, dass die Maßnahme wirkt. Die roten Tüten kommen gut an, sind regelrecht begehrt.“

Das sieht Marcus Straßburg von City Sport ganz anders. „Ich kann alles schönreden, aber es hat nicht geklappt“, ist er überzeugt: „Wir haben einen Frequenzrückgang in der Stadt.“ Es kommen weniger Kunden in die Stadt. Es seien tolle Ideen und gelungene Aktionen im vergangenen Jahr gewesen, die viel Aufmerksamkeit erzeugt hätten. Die Erwartungshaltung an die Fortsetzung sei hoch gewesen und enttäuscht worden. Straßburg: „Die Wimpelkette ist doch das Einzige. Sternenstadt ist Oldesloe nicht. Lange Einkaufsdonnerstage sehe ich nicht. Das angekündigte Couponheft hätten wir im Herbst gebraucht. Im Januar ist doch eh nur Rotpreis-Phase.“ Zusammen mit mehreren Kollegen habe er deshalb entschieden, sich aus der Kampagne zurück zu ziehen. „Ich muss mich um meine Stammkunden kümmern, um eine gescheite Internetseite, um mein Geschäft“, sagt Straßburg: „Das muss ich selber machen, da kann mir auch keiner bei helfen.“

Bürgermeister Jörg Lembke geht davon aus, „dass das Thema Zuschuss im nächsten Hauptausschuss noch mal eine Rolle spielen wird. Ich befürworte die Aktion und begrüße es, wenn Händler die Initiative ergreifen.“ Ob die Stadt den Zuschuss bewilligen sollte, lässt er offen. Darüber müsse die Politik entscheiden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen