Bad Oldesloe : Disco-Rauswurf mit Jochbeinbruch

Was spielte sich in der Disco ab? Die Oldesloer „Nachtschicht“.
Was spielte sich in der Disco ab? Die Oldesloer „Nachtschicht“.

Drei Türsteher komplementierten einen Gast der Oldesloer Discothek Nachtschicht vor die Tür. Wer ist Schuld am Jochbeinbruch? Die Frage musste vor Gericht geklärt werden.

shz.de von
15. Januar 2015, 12:35 Uhr

Ein Oldesloer Disco-Abend mit Folgen, auch wenn das Geschehen schon geraume Zeit zurückliegt. Gestern wurde im Amtsgericht Ahrensburg die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung verhandelt Es war der 12. Januar 2013: Drei Türsteher hatten einen jungen Mann unsanft aus der Oldesloer „Nachtschicht“ hinausbefördert.. Der Nebenkläger erlitt dabei einen Jochbeinbruch und musste stationär behandelt werden.

Der Gast hatte sich mit dem Discjockey an jenem Abend gestritten und wurde deshalb gegen 1 Uhr vor die Tür gesetzt. „Es gab dabei einen Fußtritt gegen den Kopf und Faustschläge ins Gesicht“, so der Staatsanwalt. Schließlich sei der am Boden Liegende an den Beinen vor die Tür geschleift worden. Die Staatsanwaltschaft konnte aber die Täterschaft nicht eindeutig einer Person zuordnen. Auch die Videos der Überwachungskameras gaben keinen Aufschluss darüber, wer denn zugeschlagen oder gar getreten hatte. Die drei Angeklagten wollten sich nicht zur Sache nicht äußern.

„Eine Schuldfeststellung ist so strafrechtlich nicht möglich“, entschied Richter Paul Holtkamp rasch. Denn eine sichere Aufklärung des Sachverhalts sei sehr unwahrscheinlich, deshalb liege kein öffentliches Interesse am Fortgang der Verhandlung vor, erläuterte Holtkamp. Im Zweifelsfall sei ein Freispruch zu erwarten. Es komme hier also nur ein Täter-Opfer-Ausgleich oder die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße infrage.

Der Nebenkläger hielt eine Fortsetzung des Verfahrens für geboten: „Ich kann den Haupttäter identifizieren, er war sehr aggressiv.“ Das Gericht jedoch kam zu dem Entschluss, weder ihn noch die fünf anderen geladenen Zeugen anzuhören. Ohne Beweisaufnahme stellte der Richter das Verfahren vorläufig ein, Staatsanwalt und die drei Verteidiger sind zeigten sich damit einverstanden. „Der Nebenkläger erhält etwas Schmerzensgeld, das ist ein Mittelweg und eine vertretbare Lösung“, kommentierte Richter Paul Holtkamp.

Die drei Türsteher, die inzwischen eine andere Arbeit gefunden haben oder arbeitslos sind, zeigten sich einverstanden und kamen mit einer Geldauflage davon. Zwei von ihnen müssen je 300 Euro an den Nebenkläger zahlen, der Arbeitslose 150 Euro. Er zückt diese Summe noch im Gerichtssaal und bezahlte die Strafe in bar.

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