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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 05:48 Uhr

Reinfeld : Dieser Panda ist von der Rolle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwei Start-up-Unternehmer bringen ungebleichtes Öko-Toilettenpapier aus 100 Prozent Bambus erstmals auf den deutschen Markt.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 14:50 Uhr

Das Bambus-Toilettenpapier mit dem schönen Namen „Smooth Panda“ hat den Wisch- und Reißtest der ersten Kunden eindeutig bestanden. „Es ist da! Es ist weich! Die Verpackung ist ganz großartig. Ich freue mich sehr – so ein Gefühl hat der Kauf von Klopapier noch nie ausgelöst. Das Papier ist außerordentlich weich und dabei reißfester als andere. Folglich braucht man weniger Papier bei gleichem Komfort.“ Diese Bewertung hat eine zufriedene Kundin auf der Facebook-Seite von Simon Jost und Karsten Lutz gepostet.

Die beiden Freunde aus Reinfeld gründeten im Sommer letzten Jahres das Start-Up-Unternehmen Improving Earth, das die Marke „Smooth Panda“ vertreibt. „Der Name war erst ein Arbeitstitel, dann fanden wir ihn so gut, dass wir unser Toilettenpapier aus 100 Prozent Bambus letztendlich so genannt und auch die Verpackung mit einem lustigen Pandagesicht gestaltet haben“, erinnert sich Lutz. Mit dem so genannten „Crowdfunding“ auf der Plattform „Startnext“ hatten die findigen Firmengründer ihr Projekt angeschoben. „Das hat super funktioniert, die Supporter haben ohne Risiko ein neues, innovatives Projekt unterstützt und sind so ein Teil der Idee geworden, und am Ende wurden sie wirklich nicht enttäuscht“, sagt Jost. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem chinesischen Hersteller wurde bald ein neuer gefunden, der unter den gleichen Bedingungen das Klopapier herstellt – ungebleicht, sanft, aus Bambus, der ohne Düngemittel und Pestizide wieder nachwächst, mit einem Minimum an Chemikalien, verträglich für die Natur und Tierwelt, FSC zertifiziert, plastikfrei in ressourcenschonendem Recyclingkarton verpackt. „Klopapier ohne Plastikverpackung macht einfach Sinn,“, betont Lutz.

Ein halbes Jahr mussten die Supporter und weitere Besteller auf ihr Klopapier warten. Jetzt aber kommt das Projekt richtig in Schwung. Der erste Container mit über 7  000 Verpackungen traf per Schiff in Hamburg ein. Simon Jost und Karsten Lutz hatten in den letzten Tagen alle Hände voll zutun, um die rund 600 Kartons an die zahlreichen Kunden zu verteilen. Inzwischen gehen immer mehr Bestellungen ein, die rührigen Reinfelder waren auf diversen Öko-Messen, wo sie Händler akquirieren konnten. „Allein an diesem Wochenende gingen wieder 25 neue Bestellungen ein“, zeigt sich Marketing-Experte Jost überwältigt von der Resonanz. Die ersten 30 Händler haben uns gelistet, vor allem Bioläden und der verpackungsfreie Einzelhandel“, ergänzt Industriekaufmann Lutz.

Der nächste Container muss so schnell wie möglich bestellt werden, denn das Schiff braucht immerhin runde zwei Monate. „Smooth Panda“ kann online geordert werden, die Lieferung ist kostenlos. Die Firmengründer sind überzeugt vom weiteren Erfolg ihrer Idee: „Es läuft so gut, dass wir davon ausgehen, dass wir Ende des Jahres profitabel arbeiten können.“ Und das alles ohne Werbung, denn die laufe jetzt erst an.

Jost und Lutz reden nicht nur von Umweltschutz, sondern leben beide vegan, beziehen Öko-Strom und benutzen recycelte Computer. Ihr Appell: „Bitte schont die Ressourcen unserer Erde so sehr, wie es euch möglich ist! Nachhaltigkeit muss auch auf der Toilette ein Thema sein“ Bei der Durchsicht der Bestellungen haben sie festgestellt, dass die Hauptkäufergruppe Frauen zwischen 30 und 50 Jahren sind. „Klopapier wird wohl doch meist von den Frauen gekauft, die eine Familie versorgen und dieser und der Umwelt etwas Gutes tun wollen, denn Smooth Panda ist nicht teuerer als herkömmliches, Markenpapier. Die Rollen sind zwar schmaler, enthalten aber 60 Prozent mehr Papier als normale Rollen“, erklärt Jost.

Zwei neue Ideen schwirren den beiden im Kopf herum. Wie wäre es mit Taschen- und Kosmetiktücher aus 100 Prozent Bambus? Lutz: „Wir sind die Einzigen, die Bambus-Toilettenpapier in Deutschland anbieten. Es macht uns schon stolz, dass wir dieses Interesse erzeugen.“ Die Revolution in deutschen Badezimmer – wie es die Reinfelder mit einem Augenzwinkern nennen - kann beginnen.

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