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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 22:45 Uhr

„Diese Frau versteht ihr Amt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Viel Lob für die Arbeit der neuen Kreis-Gleichstellungsbeauftragten.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 11:41 Uhr

Nach sechs Monaten im Amt präsentierte die neue Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Dr. Sophie Ollbrich, ihren ersten Tätigkeitsbericht im Kreistag und erntete vor allem Lob. Mancher Kreispolitiker übte dabei auch wenig versteckte Kritik an den Vorgängerinnen.

Ollbrich beschrieb den Kern ihrer Aufgabe damit, dass sie die „diversity Kompetenz“ der Mitarbeiter der Verwaltung entwickeln und schulen wolle. Sie wolle Vielfalt fördern und ein Bewusstsein für Werte schaffen.

„Frau Ollbrich zeigt, dass es an der Zeit war die alten Zöpfe der Alice-Schwarzer-Feministinnen abzuschneiden. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie mehrere Söhne und einen Gatten hat und sich als weibliche Minderheit auch Zuhause durchsetzen kann“, so Maik Neubacher (CDU): „Wir begrüßen es, dass eine Befreiung des Themas vom Ballast der Ideologie stattfindet. Diese Frau versteht jetzt endlich mal ihr Amt richtig. Gleichstellung muss mit den Männern und nicht gegen die Männer erfolgen.

„Auch uns als SPD gefällt es sehr gut, dass es eine besondere Beschäftigung mit Männern gibt. Die Frage danach, wie Beruf und Familie für Frauen und eben auch für Männer vereinbar sind, ist uns wichtig. Es sollte in diesem Stil weitergehen“, sagte Margot Sinnig (SPD).

„Die neue Gleichstellungsbeauftragte hat erkannt, dass sie keine Frauenbeauftragte ist“, lobte Thomas Bellizzi (FDP). Die Liberalen hatten sich in der Vergangenheit immer wieder beschwert, dass die jeweilige Gleichstellungsbeauftragte sich zu sehr nur um Frauenbelange kümmere.

Aus der Grünen-Fraktion kam ebenfalls Lob, aber auch die Bitte, dass die Stimmungslage nun nicht in die andere Richtung kippe. „Sie bringen sich im Arbeitskreis ‚Jungen‘ in Bargteheide ein. Ich würde mir wünschen, dass es zeitnah dann auch den Arbeitskreis ‚Mädchen‘ gibt, damit die nicht mit Einhörnern und rosa Spielzeug alleine gelassen werden“, sagte Sabine Rautenberg. „Sie sind mit viel Elan gestartet und wir wünschen Ihnen, dass sie gute Nerven und Gelassenheit bewahren. Im Bericht einer Gleichstellungsbeauftragten würden wir uns für die Zukunft wünschen, dass die Sprache noch gender-gerechter wird“, so die grüne Kreispolitikerin weiter. Heidi Beutin (Linke) fühlte sich von den Aussagen von FDP und CDU „provoziert“. Sie vermisse in der Diskussion, dass darauf hingewiesen werde, dass es durchaus „nicht nur zwei sondern auch Geschlechter zwischen den Geschlechtern gibt. So einfach ist das halt alles nicht.“ Dass Gleichberechtigung bisher als „gegen die Männer“ wahrgenommen wurde, können sie nicht verstehen. „Gute Frauen haben gemeinsam mit den guten Männern viel erreicht.“ Sie wünsche sich von Ollbrich, dass das Thema „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in den Fokus rücke.

 

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