Diese Familie hat das Feuerwehr-Gen

Ein Leben für die Freiwillige Feuerwehr Kronshorst (von links): Philipp Wessel, Schwiegervater Hans-Jürgen Kobrock, Kim Leonie Wessel, Ute und Martin Wessel (Wehrführer).
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Ein Leben für die Freiwillige Feuerwehr Kronshorst (von links): Philipp Wessel, Schwiegervater Hans-Jürgen Kobrock, Kim Leonie Wessel, Ute und Martin Wessel (Wehrführer).

Den Wessels gefällt Tradition, Kameradschaft und Alltagsabwechslung / Musikzug fungierte sogar als Ehestifter

shz.de von
09. März 2017, 16:49 Uhr

Die Familie von Kronshorsts Wehrführer Martin Wessel könnte locker einen Einsatzwagen alleine füllen: Seine Frau Ute Wessel ist im Musikzug aktiv, sein Sohn Philip (16) in der Jugendwehr und Tochter Kim Leonie (14) ist Jugendgruppenleiterin. Dazu stellt die Familie sowohl das älteste als auch das jüngste Mitglied der Wehr: Schwiegervater Hans-Jürgen Kobrock (81) ist seit 60 Jahren in der Kronshorster Wehr aktiv, sein Enkel Philipp tritt als jüngstes Mitglied der Aktiven, derzeit als Anwärter, in seine Fußstapfen. Zudem sind auch die anderen Söhne Jörg Kobrock und Klaus Kobrock sowie dessen Freundin Dorothea Burmester sowie Schwiegersohn Marco Bienek aktive Feuerwehrleute.

„Trotzdem haben mein Mann, mein Vater und ich in meiner aktiven Zeit keine Einsätze zusammen gefahren“, berichtet Ute Wessel, die den Aktiven bei Festen hilft, aber ansonsten im Musikzug das Tenorhorn bläst. Martin Wessel spielt Trompete und er war es auch, der seinen Schwiegervater seinerzeit in die Ehrenabteilung verabschiedete. Die Musik fungierte sogar als Ehestifter: Hier lernten sich Ute und Martin Wessel kennen.

Mit den Schwagern hat der Wehrführer allerdings schon Einsätze bewältigt. Der Hauptbrandmeister ist auch Gemeindewehrführer der drei Brunsbeker Wehren. In Hamburg arbeitet er als Berufsfeuerwehrmann. Er trat, wie alle anderen Familienmitglieder, zum frühestmöglichen Zeitpunkt, mit zehn Jahren in die Feuerwehr ein, seinerzeit in Barsbüttel. Hans-Jürgen Kobrock nennt als Grund: „Das war früher so üblich auf dem Dorf.“ Ihm gefiel die Kameradschaft und daher blieb er der Wehr bis heute treu. Tradition, Kameradschaft und Abwechslung zum Alltag sind auch die Gründe der jüngeren Mitglieder, in die Wehr einzutreten. Kim Leonie freut sich auf die Zeit, wenn sie Einsätze mitfahren kann. Als zweites Hobby macht sie Kickboxen.

Die Familiengespräche drehen sich aber nicht nur um die Feuerwehr, auch landwirtschaftliche Themen und der Dorfklatsch werden besprochen. Für Martin Wessel ist die Freiwillige Feuerwehr im Gegensatz zur Berufswehr auch immer eine Herausforderung: „Bei der Berufswehr kann jeder alles, hier haben wir Spezialisten. Kommt ein Einsatz, ist immer spannend, wer da ist. Es gehört Improvisationstalent dazu“, berichtet er. Im Einsatzfall werden immer alle drei Wehren informiert. „So können wir garantieren, dass wir zwölf Leute haben, Tag und Nacht“, so Wessel. Spektakuläre Einsätze waren Brände auf Bauernhöfen, zuletzt bei Familie Fischer.

In den drei Ortswehren gibt es 118 Aktive , davon entfallen auf Kronshorst 41. Die Jugendwehr umfasst 16 junge Leute von zehn bis 16 Jahren. Der Musikzug hat um die 30 Mitstreiter.


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