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Senioren-Union : Diese Diagnose fällt echt mies aus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Senioren sind sauer und fordern die Wiederbelebung des alten Apotheken-Notdienstes.

Die Neuregelung des Apotheken-Notdienstes stößt nicht nur Senioren übel auf. Denn lange Wege sind die Folge, wenn nachts oder am Wochenende ein Medikament benötigt wird. Bis Jahresende regelten die Apotheken das regional unter sich. Auf der Kreisdelegiertenversammlung der Stormarner Senioren-Union wurde dazu jetzt ein Dringlichkeitsantrag beschlossen, um die Apotheken-Kammer zu einer Wiederbelebung der alten Regelung aufzufordern.

Es hagelte Kritik an der Neuregelung. Neben den weiten Wegen wurde auch die mangelnde Information der Verbraucher über die diensthabenden Apotheken in der Nähe gerügt. „Im Aushang einer Ahrensburger Apotheke habe ich am vergangenen Sonnabend gelesen, dass der Notdienst in Lütjensee oder Norderstedt übernommen wird“, so Andreas Puck. Der Seniorenbeirat habe sich bereits mit dem Thema beschäftigt. „Es gibt auch keinen Monatsplan, die Termine ändern sich von heute auf morgen.“

In einer Bargteheider Apotheke wurde kürzlich auf den Notdienst in Henstedt-Ulzburg oder Bad Oldesloe verwiesen, ergänzte Inga Kambeck: „Ich habe dort auch erfahren, dass für den Notdienst ein Zimmer mit Bett und Dusche gefordert wird.“ Kleinere Apotheken könnten sich das nicht leisten. Hannelore Diercks wies auf den sozialen Aspekt hin: „Ärmere Menschen ohne ein Fahrzeug können sich das nicht leisten. Es ist eine Schande.“

„Mit unserem Antrag wollen wir die Apotheken-Kammer überzeugen, eine seniorenfreundlichere Regelung zu finden“, sagt Jens Uwe Ehrlich. Mit dem Zirkel seien jetzt im Land Bezirke für den Apotheken-Notdienst gebildet worden, was für die Verbraucher bis zu 26 Kilometer Anfahrt bedeute. Informatio-nen darüber gebe es nur im Internet oder unter einer kostenpflichtigen Servicenummer. „Diese Verschlimmbesserung macht mich wütend.“ Die Apotheken sollten wieder zu den bewährten Regelungen zurückkehren und den Notdienst wieder örtlich untereinander absprechen.

Derweil sei die Neuregelung der Pflegeversicherung auf einem guten Weg, erklärte der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann: „Der Beschluss der Bundesregierung wird voraussichtlich vor der Sommerpause gefasst.“ Angesichts der guten konjunkturellen Phase sei die Finanzierung in trockenen Tüchern. Die Versicherung werde als Umlagesystem zukunftssicher weiterentwickelt.




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