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Stormarner Tageblatt

18. August 2017 | 15:15 Uhr

Trittau : Die Zeit des Stillstands ist vorbei

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Thema Einzelhandel / Schützenplatz kommt voran: Einvernehmliche Lösung nach denkwürdiger Sitzung des Planungsausschusses .

Erstaunliche Harmonie in Trittau: Gemeinsam verkündeten Bürgermeister Oliver Mesch und die Fraktionsvorsitzenden Sabine Paap (Grüne), Jens Hoffmann (CDU), Christian Winter (SPD) und Michael Amann (BGT) am Freitag die große Lösung, um das Patt der Einzelhändler auf dem Schützenplatz zu lösen:

>Im Norden beginnend wird Famila den jetzigen Standort aufgeben und auf der Wiese neben dem Clean Park größer als bisher bauen.

>Edeka/Süllau bebaut das Meiereigelände.

> Markant und Aldi gehen dafür gemeinsam ans Südende des Ortes in die Hamburger Straße und bauen auf einer Wiese kurz hinter dem Mühlenstraßenkreisel.

„Das wurde in einer denkwürdigen Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstagabend besprochen. Es beendet den Stillstand in der Ortsmitte“, sagt Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch sichtlich erleichtert über die sonst nicht übliche Bereitschaft aller Fraktionen, hier einen Konsens zu finden. „Die Neuordnung durchschlägt den gordischen Knoten, alle Parteien stehen hinter dem Konzept“, so Mesch.

Seit Jahren kam die Planung nicht voran. 2009 wurde das erste Mal das Konzept eines Hamburger Investors für die Bebauung des Schützenplatzes vorgestellt. Proteste der Bürger und viele Streitigkeiten mit und auch innerhalb des Schützenvereins und unter im Gemeinderat waren zunächst die Folge. 2013 stieg Bela in die Planung ein, kündigte an, dort einen Markant-Markt bauen zu wollen. Der bestehende B-Plan 6B war baureif, wurde jedoch nicht umgesetzt, weil Günter Süllau das Gelände der Meierei kaufte und ankündigte, dort einen Edeka-Markt anzusiedeln.

Nach den Kommunalwahlen 2013 änderten sich die Mehrheitsverhältnisse und auch der B-Plan 22 D (Meierei) wurde aufgestellt. So entstand das Patt auf dem Schützenplatz. „Wir können den B-Plan 22 nicht entwickeln, wenn gleichzeitig der B 6B geplant wird. Das ist rechtlich nicht möglich“, so Trittaus Bürgermeister Mesch.

„Nach vielen Jahren Streiterei ist man sich jetzt fraktionsübergreifend einig, „keine Insellösung, sondern eine vernünftige Gesamtplanung für Trittau erreicht zu haben“ Sabine Paap). Wie Perlen an einer Schnur reihen sich nun die Einkaufsmöglichkeiten von Nord nach Süd durch den Ort, nicht zu vergessen auch die schon vorhandenen Discounter Penny und Lidl.

Sowohl an die 30  000 Quadratmeter Fläche des neuen Famila-Marktes Großenseer Straße, als auch rund um die Neubauten von Markant und Aldi in der Hamburger Straße sind neue Wohngebiete geplant.

Offen bleibt, was mit den jetzigem Aldi und dem Edeka-Markt passiert. „Weiterer Einzelhandel würde sich nach einem vorliegenden Gutachten nicht rechnen“, sagt Mesch. Das Gelände des Edeka gehört Günter Süllau. Der jetzige Famila-Markt wird geschlossen und soll reines Gewerbegebiet werden.

Beim Schützenplatz bleibt nun alles wie es ist. Eventuell kommt auf Höhe der Schützenhalle Wohnbebauung in Betracht. Die schon geschlossenen Verträge zwischen Gemeinde und Bela werden rückabgewickelt. Die Straße „Zur Mühlau“ baut die Gemeinde fertig.

Es wird weiter auf größtmöglichen Konsens gesetzt: „Auch die beiden betroffenen Bauherren kooperieren. Die B-Pläne werden gleichzeitig fertig gestellt, so dass niemand einen Vorteil hat“, kündigt Mesch an. Das soll im nächsten Frühjahr soweit sein. Wann jeweils Baubeginn ist, sei jedoch Sache der Bauherren, nicht der Gemeinde.

Bürgermeister Mesch sieht das Agreement für alle Seiten vorteilhaft: „Der Süden und Norden werden gut versorgt und in der Ortsmitte siedeln wir attraktiven Einzelhandel an, der Leute in den Ort holt. Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Einkaufsstandorten und wollen neue Käufer gewinnen.“




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