Bargteheide : Die Wunschliste der Betriebe

Wer beschäftigt die meisten Mitarbeiter? Nach diesem Schlüssel gruppierte Moderator Ralf Pieper die Anfangsrunde.
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Wer beschäftigt die meisten Mitarbeiter? Nach diesem Schlüssel gruppierte Moderator Ralf Pieper die Anfangsrunde.

Verwaltung trifft Unternehmen: Erster Dialog in Bargteheide erfolgreich. Blitz-Internet und Ortsumgehung statt höherer Abgaben sind die Forderungen der Unternehmer.

shz.de von
24. März 2017, 14:10 Uhr

Ein neues Dialog-Format hat Einzug in Bargteheide gehalten. Und wie es scheint mit Erfolg. Verwaltung und Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht hatten dazu Vertreter der Wirtschaft eingeladen. Etwa 70 Gäste aus Handel, Handwerk und Industrie kamen dazu ins Ganztagszentrum, vom „Einzelkämpfer“ bis zum Vertreter eines Betriebs mit 850 Beschäftigten.

Gemeinsam mit dem Ring Bargteheider Kaufleute (RBK), der Wirtschafts-Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) und dem VSW (Verband und Serviceorganisation der Wirtschaftsregionen Holstein und Hamburg) organisierte die Verwaltung den Dialog. In vier Runden an zehn Tischen diskutierten die Wirtschaftsvertreter ihre Wünsche und Vorschläge. Die Gruppen mischten sich dabei jeweils neu, sodass ein Maximum an Kontakt möglich wurde. „Es geht darum, andere Unternehmen kennenzulernen und neue Netzwerke zu bilden“, sagte Moderator Ralf Pieper.

„Wir möchten strategische Ansätze entwickeln, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Verwaltung zu verbessern“, so die Bürgermeisterin. Ziele seien auch, gute Beispiele zur Sicherung der Arbeitsplätze zu entwickeln und die gegenseitigen Erwartungen kennenzulernen. „Es ist bisher leider typisch in Industriegebieten, dass kein Kontakt zu den Nachbarunternehmen besteht“, sagte Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS. Abhilfe gegen diesen Trend könnten gemeinsame Arbeitsgruppen von wirtschaftlich interessierten Kreisen schaffen. Solche Organisationen seien in Trappenkamp oder Norderstedt bereits erfolgreich etabliert.
Das könne doch unter dem Dach des RBK verwirklicht werden, lautete ein Vorschlag. Viele Teilnehmer wünschen sich einen festen Ansprechpartner in der Verwaltung. Schnelles Internet wurde ebenfalls oft genannt.

Kein Einzelhandel im Gewerbegebiet und Erhalt der geschäftlichen Vielfalt in der Stadt wurden mehrfach gewünscht. Eine Ortsumgehung für Hammoor, familienfreundliche Arbeitsplätze mit Betriebskindergärten und günstigerer Wohnraum stehen auf der Wunschliste. Unerwünscht sind hingegen höhere Abgaben, Gebühren und Steuern, neue Schulden oder ein zwanghaftes Festhalten an alten Bebauungsplänen. Aufträge der Stadt sollten nur an ansässige Unternehmen vergeben werden. Der Wochenmarktplatz sollte nicht bebaut werden, kritisiert wird der unbelebte Bahnhofsvorplatz.

Viele wünschten sich schon jetzt eine Wiederholung der Veranstaltung. Eine Fortsetzung der Unternehmensgespräche ist geplant und soll voraussichtlich am 8. November stattfinden. So kündigte es Pieper zum Abschluss an. Den Teilnehmern sagte er zu: „Die Ergebnisse werden dokumentiert und Ihnen zugeschickt.“

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