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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 01:29 Uhr

Die Wohnungsfrage

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Über dem Kopf ein bezahlbares Dach

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche, besonders aber ökonomischer Krisen, sind auch immer Zeiten der Wohnungsnot gewesen. Dies Phänomen wurde dann häufig unter dem Reizwort „Wohnungsfrage“ diskutiert. So bereits erstmals von den Urgroßvätern im Jahrzehnt nach der Gründung des 2. Deutschen Kaiserreichs, als eine Episode der Prosperität durch einen großen Krach (1873/74) mit anschließender Depression beendet wurde. Ebenfalls nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs, als ganze Familien mit fünf oder mehr Mitgliedern sich in ein oder zwei Räumen einrichten mußten, von den Nissenhütten am Rande der Städte einmal abgesehen.

Im ersten Vierteljahr 2013 erschien – ernstes Warnzeichen – erneut das Reizwort in der Presse. Auslöser waren Initiativen der Partei Die Linke sowie der Gewerkschaft ver.di. Der ver.di-Erwerbslosenausschuß rief zu einer Kundgebung nach Ahrensburg auf. Sie stand unter der Frage: „Gibt es noch bezahlbaren Wohnungsraum für Menschen, die nicht Großverdiener oder Millionäre sind?“ Wie nicht verwunderlich, erreichte die Unruhe wegen der Wohnungsnot die Kreispolitik. Die Linke hatte das Problem angesprochen. Leider sahen die übrigen Parteien im Kreistag keine Notwendigkeit zum Handeln.

Es ist nicht hinnehmbar, dass gerade im relativ wohlhabenden Stormarn das Phänomen Wohnungsnot sich neuerlich breitmacht. Eine Erhebung des Hamburger Forschungsinstituts F + B ergab, dass der Kreis das höchste Preis- und Mietniveau in Schleswig-Holstein aufweist.

Könnte eine interfraktionelle Arbeitsgruppe sich erst einmal ein realistisches Bild der Zustände auf dem Wohnungsmarkt verschaffen? Damit würde der Anfang gemacht. Folgen muß der Wille der politisch Verantwortlichen und der Bevölkerung, das Problem zu lösen und für alle ein bezahlbares Dach über dem Kopf zu garantieren. Stormarn ist es seinem Ruf schuldig.

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