Die Wirkung der Landschaft

Markus Tepe - Blick aufs Meer, 2008, Tusche auf Papier. Foto: st
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Markus Tepe - Blick aufs Meer, 2008, Tusche auf Papier. Foto: st

Die Galerie Jürgensen in Oetjendorf zeigt Bilder von Kedron Barrett und Markus Tepe

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29. Oktober 2011, 07:20 Uhr

Oetjendoerf | Was ist Landschaft? Diese Frage beschäftigt die beiden Künstler, die ab Sonntag, 6. November, in der Galerie Jürgensen in Oetjendorf ausstellen. Während Kedron Barrett in Öl auf Leinwand malt, arbeitet Markus Tepe vorwiegend mit Stift, Kreide und Tusche auf Papier. Beide haben aufgrund ihrer Herkunft und Ausbildung einen völlig verschiedenen Ansatz, und so ist es in der Gegenüberstellung aufschlussreich zu beobachten, wie jeder sein spezielles Medium für dieses große Thema nutzt.

Kedron Barrett (*1961) wurde in New Hampshire/USA geboren. Nach dem Studium an der Yale University führte ihn ein Stipendium nach Berlin, wo er ein neues Zuhause fand. In einer weiten Küstenlandschaft aufgewachsen, zieht es ihn immer wieder für längere Aufenthalte in seine angestammte Heimat oder nach Irland, von wo vor langer Zeit seine Vorfahren in die USA auswanderten. Für ihn ist die

zentrale Frage: "Wie werde ich von der Landschaft geprägt, und wie präge ich sie?"

Immer sind seine Bilder menschenleer. Auch wenn Häuser zu sehen sind, sind sie unbelebt, denn es fehlen ihnen Türen und Fenster. Der Betrachter ist der stillen, überwältigenden Natur ausgesetzt, in der er sich orientieren will und unwillkürlich eine schützende Behausung

sucht. Barrett spricht das uralte, elementare Bedürfnis nach Zuflucht und Geborgenheit an. Er verzaubert die reale Landschaft und schafft etwas Neues. "Ich bin doch eher Romantiker", sagt er.

Einen anderen Zugang zur Landschaft hat Markus Tepe (*1971). Er wuchs im Oldenburger Land auf, studierte in Münster und siedelte nach Dresden um, wo er sein Studium als "Meisterschüler" abschloss. Auch er vermeidet es in seinen Bildern, den Menschen wiederzugeben, doch liegt sein Augenmerk weniger auf dem geheimnisvoll befrachteten Landschaftsschauspiel als vielmehr auf dem ehrfurchterweckenden Naturdetail.

Mit dem Zeichenstift unterstützt von Kohle und Tusche fängt er das lebendige Spiel der pflanzlichen Gefüge ein. Überall erkennt er große und kleine, kräftige und zarte Strukturen, die er abstrahiert und ordnend zusammenfasst. "Je freier er sich in der Natur fühlt, desto befreiter wird sein Strich", sagt die Galeristin Dr. Maren Holst-Jürgensen. Der Künstler hält sich ehr zurück: "Ich möchte mit meinen Bildern eine Spur legen, die den Besucher auf die Fährte meines künstlerischen Forschens führt."

Vernissage: Sonntag, 6. November, um 16 Uhr. Mehr Informationen unter www.galerie-juergensen.de oder Telefon (04534) 7314.

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