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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:19 Uhr

Trittau : Die Wiederbelebung der Kleiderkammer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Es gibt sie wieder, die Trittauer Kleiderkammer. Sie wurde jetzt offiziell eröffnet.

Die Kleiderkammer, ein gemeinsames Projekt von DRK und Trittauer Tafel, ist offiziell eröffnet. Eine Ausgabe hat bereits stattgefunden. Etwa 30 Bedürftige kamen, um sich mit warmen Wintersachen einzudecken. „Die Spendenbereitschaft war sehr hoch“, konstatiert Ursula Meyer, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins. Noch liegen viele Kartons und Tüten unsortiert bereit. Ursula Meyer konnte zwölf ehrenamtliche Helfer gewinnen, die sortieren und Regale einräumen sowie bei der Ausgabe helfen. Im Container hinter dem Tafelgebäude an der Großenseer Straße gibt es Bekleidung für Frauen und Kinder sowie Bettwäsche und Handtücher. Im Tafelhaus werden Männer mit Kleidung versorgt.

Die Kleiderkammer gab es in den 1980er Jahren schon einmal in Trittau. Die Wiederbelebung hatte einen langen Vorlauf. Die Idee, die Kammer auf dem Gelände des DRK an der Rausdorfer Straße anzusiedeln, scheiterte. Jetzt kommt angesichts des wachsenden Flüchtlingsstroms die Kooperation mit der Tafel zur rechten Zeit. „Aber die Kleiderkammer ist nicht nur für Flüchtlinge da, es gibt auch andere Bedürftige“, betont Meyer. Die Ausgabe der Kleidung ist kostenlos. Das DRK freut sich aber über kleine Spenden ins Sparschwein. Ursula Meyer bittet alle Spender nochmals darum, derzeit nur Wintersachen zu bringen, die sauber sind. Kriterium sollte sein, ob man es selbst noch anziehen würde.

Amtsvorsteher Ulrich Borngräber lobte die gute Zusammenarbeit der beiden Institutionen: „Die Verwaltung bringt die Leute unter und versorgt sie mit Geld. Was hier ehrenamtlich geleistet wird, ist beachtlich.“ Das Gelände der Tafel gehört dem Amt Trittau, die es auch für den Container vorbereitete.

Derzeit werden 169 Asylbewerber und 29 bereits Anerkannte im Amt Trittau betreut. Das Problem: Auch die Personen mit dem Status anerkannt, bleiben zunächst in den Wohnungen. Sie dürften zwar umziehen, haben aber noch keinen Job. Finanziell werden sie vom Jobcenter unterstützt, für das Amt gelten sie als Obdachlose. Daher ist die Wohnungssuche weiterhin brandaktuell. „Wir machen das irgendwie, aber nächstes Jahr wird der Gemeindehaushalt angegriffen“, so Borngräber. 900 Euro gibt es pro Flüchtling einmalig vom Land als Integrationspauschale. Die 670 Euro, die der Bund pro Person angekündigt hat zu zahlen, bleiben gemäß neuester politischer Beschlüsse zunächst beim Land, das die zentralen Aufnahmeunterkünfte damit finanziert. Die Unterbringung in den Gemeinden finanziert zu 70 Prozent das Land, die restlichen 30 Prozent der Kreis und die Gemeinden. „Und da wir an den Kreis eine Umlage zahlen, bleiben die 30 Prozent fast ganz bei uns“, erklärt Borngräber.


Die Trittauer Tafel versorgt etwa 160 Familien wöchentlich mit Lebensmitteln. Kleiderspenden werden jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat in der Großenseer Straße 12 angenommen. Ausgabe ist jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat, jeweils von 10 bis 12 Uhr. Spenden für den Nikolausmarkt werden zu den Öffnungszeiten der Tafel mittwochs von 15.30 bis 16 Uhr und donnerstags von 11.30 bis 12.30 Uhr angenommen.




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