140-jähriges Bestehen : Die Welt vertraut auf Ventile aus Bad Oldesloe

Gruppenleiter Peter Amatowski bei der Montage einer Absperrarmatur.
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Gruppenleiter Peter Amatowski bei der Montage einer Absperrarmatur.

Herose hat Umsatz seit Umzug ins Gewerbegebiet versechsfacht / Vor 140 Jahren gegründet

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13. April 2013, 09:23 Uhr

Bad Oldesloe | Ihr 140-jähriges Bestehen kann die Firma Herose feiern. Das Gründungsdatum bezieht sich zwar auf die Hamburger Firma Rose KG, mit der das Oldesloer Hero-Armaturenwerk 1947 die gemeinsame Vertriebsgesellschaft Herose gründete, in der Kreisstadt produzierte man aber auch schon seit 1921. Mit dem Umzug 1996 von der Ratzeburger Straße ins Gewerbegebiet Süd-Ost und dem Management-Buy-Out durch Wilfried W. Zschalich und Partner begann die letzte und größte Erfolgsgeschichte des Unternehmens.

Vor weniger als 20 Jahren setzte Herose mit Standardarmaturen 7,5 Millionen Euro um. Heute entwickelt und fertigt die Firma neben den Armaturen für industrielle Anwendungen hochspezialisierte Sicherheitsventile für tiefkalte Gase wie Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff, die in fast 90 Länder gehen. Die Exportquote liegt bei 75 Prozent. Der Umsatz war nach der Krise 2008 zwar gesunken, steigt seit 2010 aber wieder und erreichte im vergangenen Jahr mit 45 Millionen Euro einen neuen Rekord. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 215, beim Umzug 1996 waren es 83.

Damit liegt Herose weit über dem Entwicklungsplan, den der heute geschäftsführende Gesellschafter Dirk M. Zschalich vor zehn Jahren aufgestellt hatte. "Wir haben das schon zweimal nach oben korrigiert und uns neue Ziele gesetzt. 30 Millionen Euro Umsatz hatten wir schon 2006 erreicht", so Zschalich.

Dreimal wurde der Standort in der Elly-Heuss-Knapp-Straße bereits erweitert. Mit dem im Dezember bezogenen Anbau verfügt Herose jetzt über 11 500 Quadratmeter Produktions- und Bürofläche. "Wir könnten uns am Standort noch verdoppeln", sagt Zschalich. Zwar gibt es in China mittlerweile einen eigenen, kleinen Fertigungsbetrieb, "weil die Kunden es wollten,", aber Herose setzt weiter auf Qualität made in Germany.

Jedes einzelne Absperr- und Sicherheitsventil, das die Hallen verlässt, wird geprüft, egal ob es eine Armatur für industrielle Druckluft-Anwendungen, für flüssigen Sauerstoff in Krankenhäusern oder für verflüssigtes Erdgas ist. "Bei Armaturen für Tieftemperaturtechnik sind wir Weltmarktführer", sagt Zschalich stolz.

Bei Minus 196 Grad für flüssigen Stickstoff war vor wenigen Jahren Schluss. Mittlerweile hat Herose eine Absperrarmatur aus Edelstahl mit nur drei Komponenten entwickelt, das bis minus 270 Grad einsetzbar ist, dem absoluten Nullpunkt. "Wir sind da, wo die Gase flüssig gemacht werden", sagt Zschalich. Und die Hersteller von Anlagen mit Tieftemperaturtechnik vertrauen weltweit auf die Produkte aus Bad Oldesloe. "Wir haben Verträge mit allen global tätigen Unternehmen in diesem Sektor", sagt Zschalich.

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