Hoisdorf : Die Wehr im Wandel der Zeit

Das waren noch Zeiten: Früher brauchte „Mann“ Armkraft für die Handdruckspritze. Alarmiert wurde mit dem Feuerhorn.
1 von 3
Das waren noch Zeiten: Früher brauchte „Mann“ Armkraft für die Handdruckspritze. Alarmiert wurde mit dem Feuerhorn.

Von der Handdruckwagenspritze bis zum LF 20 – die Wehr in Hoisdorf hat gleich mehrere Jubiläen zu feiern. Das große Amtsfeuerwehrfest steht jetzt bevor.

shz.de von
06. Mai 2015, 11:22 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Hoisdorf feiert ihr 125-jähriges Bestehen, der Musikzug wird 90 Jahre und gerade wurde die Jugendwehr Oetjendorf gegründet. Das sind Gründe genug, um auch das Amtsfeuerwehrfest Siek auszurichten. Von der Festwiese am Krütz geht’s am Sonnabend, 9. Mai, um 9.45 Uhr los. Nach dem Ehrungen beginnt um 11 Uhr der Schnelligkeitswettbewerb. Beim Jubiläumsfestball spielt die Band „Starlight“. Das Fest endet Sonntagabend mit dem Großen Zapfenstreich am Dorfteich.

Wie viele andere Wehren in der Region – Braak, Brunsbek und Stapelfeld – wurde die Hoisdorfer Ortswehr 1890 gegründet. Ausgestattet war sie damals mit Handdruckwagenspritze mit Pferdebespannung. Alarmiert wurde per Feuerhorn. 1936 wurden Luftschutzsirenen aufgestellt, die manuell ausgelöst werden mussten. Das Spritzenhaus am Dorfteich reichte aus, solange die Spritze mit Pferden gezogen wurde.

Nach dem Krieg stand der Wehr eine Kraftzugspritze auf Basis eines Mercedes-Benz aus Beständen der ehemaligen Feuerlöschpolizei zur Verfügung. Auf dem Gemeindegrundstück am Krütz gab es eine Garage. Nachdem die als Kinosaal umfunktionierte Autobusgarage nicht mehr für Filmvorführungen genutzt wurde, wurde 1964 mit viel Eigenleistung auf dem Grundstück ein Feuerwehrgerätehaus mit zwei Fahrzeugplätzen, Unterrichtsraum, Teeküche, Sanitär- und Abstellraum geschaffen. 1977 musste der Unterrichtsraum erweitert werden, 1980 entstand ein weiteres Gebäude mit zwei weiteren Fahrzeugplätzen und einer Einliegerwohnung.

Zurzeit wird gegenüber das neue, größere Feuerwehrgerätehaus gebaut. Die Ausrüstung besteht aus: LF  20, RW  1 und TSF – „für die Größenordnung Hoisdorfs optimal, ebenso die technische Ausstattung und persönliche Schutzausrüstung der Kameraden. Dafür danken wir der Gemeinde und dem Bürgermeister“, so Wehrführer Ole Stolt. Der Hoisdorfer Musikzug wurde vor dem 2. Weltkrieg als Reiterkapelle gegründet und während des Krieges aufgelöst. Erst 1958 entstand die Feuerwehrkapelle neu. Der Musikzug spielt heute in vollständiger Blasorchester-Besetzung Stücke der höchsten Schwierigkeit und hat 2010 als erster Musikzug in Schleswig-Holstein die Lyra bestanden, die 3. und höchste Stufe der musikalischen Leistungsbewertung. Es wird auch Unterhaltungsmusik gespielt, auf Umzügen marschiert und bei Schützenfesten gespielt. Neben dem Musikzug mit 40 Mitgliedern gibt es ein Jugendorchester.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen