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Vertragsunterzeichnung: : Die WAS vermarktet jetzt Ahrensburg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kreiseigene Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) kauft Beimoor Süd und wird das Gewerbegebiet entwickeln.

Lange wurde verhandelt, jetzt ist es unter Dach und Fach: Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) und die Stadt Ahrensburg haben die Verträge für Beimoor Süd beurkundet. Die kreiseigene GmbH hat die Flächen erworben und wird das Gewerbegebiet erschließen und vermarkten. „Wir haben schon mit den Planungen begonnen und wollen im Winterhalbjahr ausschreiben, damit es im Frühjahr losgehen kann“, sagt WAS-Geschäftsführer Norbert Leinius.

Schließlich gibt es für die Flächen am Beimoorweg sogar schon erste Reservierungen. „Die Nachfrage ist sehr gut, und wir geben Gas. Nächste Wochen diskutieren wir über die Vermarktung,
einen gemeinsamen Flyer gibt es schon. Den werden wir auf die Messe für Gewerbeimmobilien in München mitnehmen“, so Leinius.

Die Erfahrungen, Kontakte und Möglichkeiten der WAS in der Entwicklung und Vermarktung von Gewerbegebieten sind ein Grund für die Entscheidung der Stadt Ahrensburg, diese Aufgabe an die kreiseigene Gesellschaft abzugeben. Ahrensburg hatte Anfang der 70er Jahre zwar Beimoor-Nord mit der WAS entwickelt, wollte diese Aufgabe dann aber selbst übernehmen, weil man überzeugt war, es besser machen zu können.

Das hat nicht ganz funktioniert. „Als ich 2010 Bürgermeister wurde, musste ich feststellen, dass die Stadt überhaupt keine Entwicklungsflächen besaß“, so Michael Sarach. Thema war das vor allem durch den Boltze-Umzug von Ahrensburg nach Braak geworden. Die Stadt kaufte viele Flächen zwischen Ostring und Beimoorweg und musste feststellen, dass Ankauf, Planung und Entwicklung Zeit und Geld kosten, das man gern für andere Dinge ausgeben würde.

Schon beim ersten Beimoor-Süd Abschnitt mit dem Haus der Wirtschaft arbeitete man mit der WAS zusammen, es sollte aber noch ein paar Jahre dauern, bis die Zeit für einen kompletten Verkauf der städtischen Flächen reif war. Was auch damit zusammenhing, dass die Planung schwierig war, weil einige Flächen in dem Gebiet Privatpersonen gehörten.

Das ist immer noch so, „wir haben uns aber grundsätzlich mit den Eigentümern geeinigt und wollen die Verträge in den nächsten vier Wochen beurkunden“, sagt Leinius. 42 Hektar misst ganz Beimoor-Süd ohne die Privatflächen. Im WAS-Vertrag geht es um die 23 Hektar im zweiten Bauabschnitt zuzüglich acht Hektar in Privatbesitz. Zum Vergleich: Beimoor Nord hat 174 Hektar und ist damit das größte zusammenhängende Gewerbegebiet in Schleswig-Holstein.

„Große Logistikunternehmen schicken wir schon jetzt weiter. Dafür ist in Stormarn kein Platz mehr. In Ahrensburg wollen wir Technologie orientierte Firmen und gehobene Dienstleister ansiedeln. Wir wollen die Wirtschaftskraft der Stadt stärken“, beschreibt Norbert Leinius das Ziel, das auch der Bürgermeister begrüßt. Ebenso wie die Einschätzung, dass Ahrensburg mit der Nähe zu Hamburg, der Mischung aus Arbeiten, Wohnen und Freizeit sowie seiner Kunst- und Kulturszene ein gefragter Wohnort und Firmenstandort ist.

„Die Verhandlungen haben viel zu lange gedauert, wir sind aber angekommen und freuen uns, dass es 2016 losgehen kann“, so Michael Sarach. Für die WAS mit ihren auch überregionalen Kontakten und Partnern sei es viel einfacher als für eine Stadt, die Flächen zu vermarkten. „Wir sind überzeugt, dass wir in vier bis fünf Jahren den überwiegenden Teil verkauft haben werden“, sagt Leinius.

Das wird aber in den Händen seines Nachfolgers Detlev Hinselmann liegen. Leinius selbst geht im April in den Ruhestand, zeitgleich mit Landrat Klaus Plöger. „Dieser Vertrag schafft Perspektiven an vielen Stellen, und es freut mich, dass die Stadtverordneten dem mit großer Mehrheit zugestimmt haben. Und Ahrensburg bekommt dadurch finanziellen Spielraum“, so Plöger. Die Vertragssumme wollten weder Leinius noch Sarach nennen. In der Politik waren aber von 7,4 Millionen Euro die Rede, die Ahrensburg einspare, wenn die WAS die Beimoor-Süd Fläche übernimmt.

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erstellt am 13.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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