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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 00:19 Uhr

Endspurt : Die „Unabsteigbaren“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Grenzenloser Jubel: Tischtennis-Regionalligist TSV Bargteheide rettet sich am letzten Spieltag auf den Relegationsrang und darf nun sogar auf einen kampflosen Klassenerhalt hoffen.

Was für ein Endspurt des TSV Bargteheide in der Tischtennis-Regionalliga: Die Weinroten retteten sich durch einen Sieg und ein Remis am letzten Doppelspieltag in die Relegation. Dabei wahrten die Bargteheider im direkten Duell gegen die TTG Ahrensburg/Großhansdorf durch einen 9:3-Erfolg zunächst die Chance auf den Klassenerhalt – und schickten den direkten Konkurrenten aus Stormarn durch ein 8:8 im letzten Spiel gegen den SC Poppenbüttel endgültig in die Oberliga. Die TTG hatte ihr entscheidendes Spiel zeitgleich beim TSV Schwarzenbek verloren, wodurch dem TSV Bargteheide das Remis reichte. „Einige Spieler hatten Tränen in den Augen“, berichtete Abteilungsleiter Frank Heinrich. „Ich habe beim Tischtennis noch nie erlebt, dass die Emotionen so rausgekommen sind“, betonte Bargteheides Mannschaftskapitän Christian Velling, der nach dem letzten Ballwechsel in einer Jubeltraube verschwand: „Es war unglaublich. Nach einer langen Saison hing alles an einem Spiel, einem Satz, einem Punkt. Am Ende ist die ganze Last abgefallen.“ Nach 2011 und 2012 dürfen die Bargteheider damit über den Umweg Relegation auf den Klassenerhalt hoffen. Und Velling frohlockte: „Uns haftet ja schon der Mythos der Unabsteigbarkeit an.“

Denn obwohl die Weinroten eigentlich noch in die Entscheidungsspiele müssen, wollen sie sich mit dem Thema vorerst nicht beschäftigen. Der Grund: Es ist fraglich, ob die Reinickendorfer Füchse II an der Relegation teilnehmen werden, nachdem die erste Mannschaft aus der 3. Bundesliga in die Regionalliga abgestiegen ist. Der weitere Gegner VfL Westercelle werde wohl Leistungsträger verlieren und spiele daher auch mit dem Gedanken, auf die Relegation zu verzichten, verriet Velling.

Das entscheidende Match gegen Poppenbüttel hatte der Mannschaftskapitän von der Bank aus verfolgt. Nach fünfeinhalb Stunden sorgte letztlich das Doppel Ole Markscheffel und Clemens Velling gegen Frank Sternal und Alexander Kellert für Ausnahmestimmung in der Halle. Vorausgegangen war ein spektakulärer letzter Ballwechsel. 11:10 führte das TSV-Duo, als Markscheffel einen Aufschlag Sternals zu hoch zurückbrachte. Kellert attackierte, aber Velling zwang Sternal mit einem unglaublichen Rückhandschussblock zu einem Notschlag, der über die Netzkante ins Aus trudelte und Bargteheide den entscheidenden Punkt zum 10:12, 11:13, 11:6, 11:6, 12:10 brachte.

Zuvor im Stormarn-Derby gegen die TTG 207 Ahrensburg hatten Ole Markscheffel und Co. vor rund 120 Zuschauern bereits Nervenstärke bewiesen und die Gegner mit 9:3 förmlich aus der Halle gefegt. Was den Gastgebern zusätzliches Selbstvertrauen für das „Endspiel“ gegen Poppenbüttel geben sollte: Jeder Bargteheider Spieler war an mindestens einem Punktgewinn beteiligt.

„Gegen den Tabellenletzten Poppenbüttel sieht es auf dem Papier einfacher aus als es ist. Die liegen uns nicht – und sind gegen uns im Gegensatz zur bisherigen Saison nahezu in Bestbesetzung aufgelaufen“, betonte Christian Velling. In den Doppeln erwischte Bargteheide einen Start nach Maß und führte nach sechs Einzeln mit 5:4. Dann aber drohte den Weinroten die Partie zu entgleiten. Beim 6:8-Zwischenstand war die Stimmung in der Halle gedämpft. Der Relegationsrang rückte zunächst in weite Ferne. Doch Velling und Co. erhielten einen Motivationsschub: „Vor den beiden entscheidenden Partien machte das Ergebnis aus Schwarzenbek in der Halle die Runde. Ahrensburg hatte mit 5:9 verloren – und uns reichte damit wieder ein Remis, um auf den Relegationsrang zu springen“, so Velling. Sein Bruder Clemens verkürzte zunächst im unteren Paarkreuz in einem packenden Duell durch einen 3:2-Erfolg auf 7:8. Dann bewiesen Ole Markscheffel und Clemens Velling Nerven wie Drahtseile – und der Jubel in der Halle kannte keine Grenzen.

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